Im Vergleich zu einem Krimi ist es eher ein literarischer Roman.

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Die Auster ist ein Kriminalroman von Yael Inokai. Das 224-seitige Buch erzählt die Geschichte eines Mordes in einem Kaufhaus.

Leonora, 73, arbeitet als Putzfrau in dem Kaufhaus. Sie ist schon lange dort und kennt viele Geheimnisse. Eines Tages, als sie wie gewohnt zur Arbeit kommt, entdeckt sie, dass der Chef, Dr. Bronstett, ermordet wurde. Seine Leiche liegt auf dem Boden, seine Hände fehlen. Leonora beendet seelenruhig ihre Reinigungsarbeiten, bevor sie die Polizei ruft. Ihr Verhalten ist so unlogisch; ist sie etwa mit dem Mord verbunden?

Die ersten Kapitel des Buches waren in der Tat sehr fesselnd. Ich wollte unbedingt verstehen, warum Leonora die Leiche ignorierte, aber trotzdem weiterputzte; ich wollte die Wahrheit über den Mord so schnell wie möglich aufdecken. Doch je weiter ich las, desto mehr entfernte sich die Erzählung vom eigentlichen Fall und bestand hauptsächlich aus Beschreibungen des Kaufhauses in seiner früheren Pracht und Leonoras Erinnerungen. Ich muss zugeben, der Schreibstil der Autorin ist flüssig, lebendig und prägnant, ruhig und besonnen. Ihre Beschreibungen des Kaufhauses und der Erinnerungen wirken besonders realistisch und haben mich sehr berührt. Allerdings ist mir die Aufklärung des Mörders nicht ganz klar. Dieser Teil der Handlung ging mir zu schnell voran; ich konnte nicht folgen und habe ihn nicht vollständig verstanden.

Kurz gesagt, es handelt sich nicht um einen klassischen Kriminalroman. Die Beschreibungen und die Schlussfolgerungen im Fall wirken zu überhastet. Im Vergleich zu einem Krimi ist es eher ein literarischer Roman.