Kombinationsfreude
Mit Leonora Bloch taucht die Leserschaft ein in eine Suche nach dem Mörder ihres Chefs, dem Leiter eines Luxuskaufhauses in Berlin. Dr. Bronstett liegt eines morgens in einer großen Blutlache in seinem Haus und Leonora hat als gewissenhafte langjährige Putzfrau nichts Besseres zu tun, als erst einmal alles zu reinigen. So weit so ungewöhnlich, jetzt entspinnt Yael Inokai aber einen Roman, in dem es weniger um die Mördersuche als um die Menschen um Dr. Bronstett und Leonora geht. Die Untiefen des menschlichen Seins, das letztendliche Alleinsein mit seinen eigenen Problemen und Gedanken sowie die ewige Frage, wer sind meine wahren Freunde. Der Titel, die Auster, steht nicht nur für die Häppchen oder die Eistruhe, mit einer gewissen Überraschung, sondern für die wahre Perle, die für mich Leonora ist und das schnelle Öffnen und Schließen, um dabei doch genug zu sehen und verstanden zu haben, um diesen ungewöhnlichen Fall zu lösen und die Polizei nur die Oberfläche schauen zu lassen. Wer Spaß an etwas skurrilen Enden und weniger an blutrünstigen Beschreibungen hat , wird die Auster lieben.