Luxus, Armut und ein toter Chef

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kat.d. Avatar

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Seit 45 Jahren putzt Leonora Bloch bei Dr. Bronstett, dem Geschäftsführer eines Kaufhauses, in dem sie früher selbst gearbeitet hat. Als sie ihn eines Morgens tot in seinem Haus findet, tut sie das, was sie immer tut: Sie macht sauber, und zwar bevor die Polizei kommt. Damit ist der Mord zwar der Ausgangspunkt, aber wer den Klappentext liest, merkt schnell, dass er nicht das zentrale Thema ist. Es geht um Leonora, eine Frau, die seit Jahrzehnten in dieser Welt aus Luxus und schlecht bezahlter Arbeit lebt und dabei so einiges mitbekommen hat.

Inokai schreibt knapp und nüchtern, oft mit trockenem Humor. Spannung im Sinne eines Krimis entsteht dabei nicht, das Buch nimmt sich Zeit für Leonoras Alltag, für Kolleginnen, das Kaufhaus, die Austernbar in der fünften Etage. Mich hat das zwar nicht gelangweilt, aber es hat mich auch nicht so gepackt, dass ich es kaum weglegen konnte.

Wer einen Krimi mit Ermittlungen und Täterjagd erwartet, sollte die Finger davon lassen. Wer sich dafür interessiert, wie Reichtum und Armut in so einem Kaufhaus nebeneinander existieren und was das mit den Menschen macht, die dort für wenig Geld arbeiten, bekommt hier ein Buch, das sich lohnt.