Ruhig erzählt und dennoch spannend

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reisende Avatar

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Man wird unmittelbar in die Welt eines Kaufhauses gezogen mit all' den Mitarbeiter:innen und Kund:innen, genauso wie es das gelungene Cover bereits verspricht. Die Autorin Inokai schafft es, uns einen Spiegel der Gesellschaft vorzuhalten: schnelllebiger Konsum, keiner der Verkäuferinnen und Verkäufer hat noch richtig fundiertes Wissen, es gibt Kündigungswellen und Einsparungen.

Und die Protagonistin ist ein Mensch, die für die unsichtbaren Putzleute steht, die den Dreck anderer Leute wegmachen und dafür beflissentlich ignoriert werden. Die Träume dieser Menschen, ihre Begehren und ihre Hoffnung nach einem besseren Leben.

Leonora Bloch ist durch einen persönlichen Verlust nach und nach zu einer verschlossenen Auster geworden. Sie braucht niemanden, pflegt keine Kontakte und wenn, dann nur spärlich. Sie hat zwar - warum auch immer - den Tatort blitzblank gereinigt, verfügt aber ansonsten über eine sehr feine Beobachtungsgabe und zieht die richtigen Schlüsse daraus. Sie kennt die Geheimnisse oder vermutet Zusammenhänge. Dies gibt dem Roman durchaus Spannung, trotz der ruhigen Erzählweise. Das ist beachtenswert.

Man ist erstaunt über die Gedanken dieser Frau und ihr Leben, über das man nach und nach mehr erfährt. Es ist ein leiser Roman, bei dem mehr offengelegt wird, als die Worte, die niedergeschrieben sind.

Lediglich das Ende hat mich etwas enttäuscht zurück gelassen. Eine interessante Wendung zum Schluss. die nach meinem Geschmack etwas mehr auserzählt hätte werden können.