Grandioses Setting, aber erzählerisch mit deutlichen Schwächen
"Die Auster" hat mir das Lesen leider wirklich nicht leicht gemacht. Und dabei war ich von Cover und Klappentext so angesprochen! Eine Kriminalstory, aber nicht gruselig und dann noch im Setting eines Einkaufszentrums. Aber irgendetwas an Sprache sowie Erzählart hat mich deutlich gestört und damit nicht so richtig eintauchen lassen.
Leonora ist eine gut gewählte Protagonistin, ältere Figuren stehen viel zu selten im Zentrum von Geschichten. Als Reinigungskraft mit Ü70 bietet sie zudem eine Möglichkeit, Klassismus zu thematisieren und das macht die Autorin an einigen Stellen auch wirklich gut. Besonders in der Umgebung des glänzenden Einkaufszentrums prallen hier die Welten auf interessante Weise aufeinander. Für mich wäre da trotzdem noch mehr Deutlichkeit drin gewesen.
Mein größtes Problem lag vor allem in der Distanz der Figuren. Besonders Leonora blieb mir bis zum Ende fremd und nicht greifbar. Mal wirkte sie recht einfach in ihren Gedanken, dann wieder wie eine raffinierte Detektivin. Auch die Nebenfiguren haben es mir verwehrt, sie einzuordnen. Kann gewollt sein, entspricht aber nicht meiner Präferenz. Figuren dürfen sehr gern mit meiner Überzeugung spielen und vielschichtig oder sogar ambivalent sein. Aber hier war alles so flüchtig, dass ich es regelrecht frustrierend fand.
Die Story ist am Ende gut aufgelöst - nichts wird explizit ausgesprochen, aber es ist doch verständlich, was passiert ist. Das ist ein positiver, aber auch fordernder Aspekt von Inokais Sprache. Die teils großen Sprachbilder waren wiederum nicht meins und haben mich zusätzlich auf Distanz gehalten.
Das Setting war definitiv das Beste am Buch! Ich habe selbst viel Zeit mit meinen Eltern in diesen Kaufhäusern verbracht und war bildlich total in der Szene. Doch abgesehen davon hat mich die Geschichte zu oft verloren, weshalb ich nie so richtig in diesem eigentlich spannenden Text bleiben konnte.
Leonora ist eine gut gewählte Protagonistin, ältere Figuren stehen viel zu selten im Zentrum von Geschichten. Als Reinigungskraft mit Ü70 bietet sie zudem eine Möglichkeit, Klassismus zu thematisieren und das macht die Autorin an einigen Stellen auch wirklich gut. Besonders in der Umgebung des glänzenden Einkaufszentrums prallen hier die Welten auf interessante Weise aufeinander. Für mich wäre da trotzdem noch mehr Deutlichkeit drin gewesen.
Mein größtes Problem lag vor allem in der Distanz der Figuren. Besonders Leonora blieb mir bis zum Ende fremd und nicht greifbar. Mal wirkte sie recht einfach in ihren Gedanken, dann wieder wie eine raffinierte Detektivin. Auch die Nebenfiguren haben es mir verwehrt, sie einzuordnen. Kann gewollt sein, entspricht aber nicht meiner Präferenz. Figuren dürfen sehr gern mit meiner Überzeugung spielen und vielschichtig oder sogar ambivalent sein. Aber hier war alles so flüchtig, dass ich es regelrecht frustrierend fand.
Die Story ist am Ende gut aufgelöst - nichts wird explizit ausgesprochen, aber es ist doch verständlich, was passiert ist. Das ist ein positiver, aber auch fordernder Aspekt von Inokais Sprache. Die teils großen Sprachbilder waren wiederum nicht meins und haben mich zusätzlich auf Distanz gehalten.
Das Setting war definitiv das Beste am Buch! Ich habe selbst viel Zeit mit meinen Eltern in diesen Kaufhäusern verbracht und war bildlich total in der Szene. Doch abgesehen davon hat mich die Geschichte zu oft verloren, weshalb ich nie so richtig in diesem eigentlich spannenden Text bleiben konnte.