Sprachlich gute Geschichte, leider ohne Tiefgang und Spannung

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lovely90 Avatar

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Nachdem ich den Klappentext und eine Leseprobe schmökern konnte, hatte ich mich riesig auf dieses Buch gefreut. Ein Kriminalroman mit interessanten Figuren, ein trubeliges großes Kaufhaus mit all seinen Geschäften, Angestellten und Kunden und ein Mord! Bei all dem dürfen wir die Protagonistin und Mittsiebzigerin Leonora Bloch begleiten.
Doch leider entpuppte sich der Roman als etwas anderes, als ich erwartet hatte. Ich würde auch behaupten, dass der Klappentext etwas anderes erwarten lässt und verspricht, als das Buch letztlich bieten kann.
Zu Beginn des Romans wird eine Leiche aufgefunden, die Spuren wurden beseitigt von der eifrigen Reinigungskraft Leonora (hier dachte ich noch, sie hätte ‚Dreck am Stecken‘). Doch wer glaubt, dass nun Ermittlungen, Spurensuche, Verdächtige, Wendungen oder gar Spannung folgen – es ist ja eine Kriminalgeschichte! – Fehlanzeige.
Auch vom Kaufhaus gibt es nur hier und da Anekdoten, kein Trubel, kein Glamour, nichts im Stile von ‚Grand Budapest Hotel‘. Im Wesentlichen wird ein bisschen die Vergangenheit von Leonora beleuchtet, jedoch sehr oberflächlich; es werden einige Personen erwähnt, jedoch nichts mit Tiefgang beschrieben. Alle Personen – die Protagonistin eingeschlossen – blieben bis zum Ende blass für mich.
Was sich von all dem inhaltlichen Missfallen abhebt, sind die Sprache und die Wortwahl. Diese haben mir die ganze Lesezeit über gut gefallen. Die Beobachtungen der Protagonistin finde ich häufig treffend in Worte gefasst.
Dennoch kann ich insgesamt keine Leseempfehlung für diesen tristen und oberflächlichen Roman aussprechen.