Ungewöhnlich aber auch recht gemütlich

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isar13 Avatar

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Der Chef eines Kaufhauses in Berlin liegt tot in seiner Wohnung. Seine Putzfrau Leonora Bloch findet ihn, alles ist voller Blut und beide Hände fehlen, oh welch ein Schock! Seelenruhig wird aber erst mal geputzt und aufgeräumt, bevor sie danach die Polizei ruft.
Diese Putzfrau ist eben ein wenig eigen und speziell, das erkennt auch die Polizei sogleich. Als frühere Aushilfe im Kaufhaus kennt Leonora das Opfer und seine Gewohnheiten bestens und macht sich zum sehr zum Missfallen der Polizei und ihres Umfelds eigene Gedanken über diesen Mordfall.

Der Kriminalroman „Die Auster“ von Autorin Yael Inokai kommt recht schrullig und schräg daher. So wie die meisten seiner Protagonisten, die seltsam distanziert und emotionslos wirken. Vielleicht sollen sie auch eine Art Außenwirkung des Opfers widerspiegeln, er war ein recht unnahbares Wesen aus der Chefetage. Hauptprotagonistin, die 73-jährige Seniorin Leonora, bringt daher so schnell nichts aus der Ruhe, sie ist zwar ziemlich neugierig, aber auch sehr eigenwillig, was ihren Umgang mit dem Mord des Chefs anbelangt.
Die ganze Handlung ist eine rechte Geheimniskrämerei, denn die Befindlichkeiten der Figuren werden nur stückweise enthüllt. Diese langsamen Enthüllungen sind auch das Spannendste an der ganzen Geschichte, deren Schreibstil angenehm zu lesen ist, aber auch ein wenig verschlossen wie eine Auster wirkt.
Das Cover gefällt mir sehr, es wirkt äußerst einladend und passt auch gut zum Buch.


Mein Fazit:
Ein etwas gemütlicher Kriminalroman mit leicht skurrilen Zügen. Es fehlte mir ein klein wenig an Schwung für absolut gelungene Unterhaltung.