Ungewöhnlicher Krimi mit viel Ambiente

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venenorojo Avatar

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Yael Inokai hat ein sehr außergewöhnliches Buch geschrieben. Durch die Beschreibung des Buches hatte ich einen gewöhnlichen Kriminalroman erwartet. Die Autorin jedoch hat ein Werk zu Papier gebracht, das den Lesern eine Welt aufzeigt, die Momente atmosphärisch einfängt und auf kleine Details aufmerksam macht. Dr. Bronstett, Leiter eines großen Kaufhauses, wurde umgebracht. Seine Reinigungskraft, Leonora Bloch, findet ihn auf. Statt jedoch das zu tun, was jeder normale Mensch zuerst tun würde, nämlich die Polizei zu rufen, macht sie das, was sie bereits seit über 40 Jahren bei Dr. Bronstett macht: Das Haus penibel reinigen. Mit ihren 73 Jahren verfügt sie über enorm viel Lebenserfahrung und nimmt selbst die kleinsten Veränderungen wahr, die so manch einer übersehen würde.
Dabei beherrscht Yael Inokai es, diesen Roman so unaufgeregt und gleichzeitig so stimmungsvoll zu schreiben, dass man als Leser einfach dran bleiben möchte. Erwartet man jedoch eine spannende Lektüre, die sich ausschliesslich um die Lösung eines Mordfalles dreht, wird man enttäuscht. Vielmehr handelt es sich um den Alltag der 73jährigen, der sowohl in dem Kaufhaus als auch im Privatleben der 73jährigen stattfindet. Dank ihrer Aufmerksamkeit kann Leonora immer mehr Puzzleteile zusammensetzen, so dass der Fall überraschend endet und die Leser letzten Endes sogar mehr Wissen mit nach Hause nehmen als die Polizei.