Viel mehr als ein Krimi

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bartie Avatar

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Ein außergewöhnlicher Mordfall eröffnet diese Kriminalgeschichte und weckt prompt die Neugier auf das Buch. Doch der neueste Roman von Yael Inokai bietet seiner Leserschaft viel mehr als nur die Ermittlungen in einem spektakulären Mordfall. Das Opfer, der prominente Geschäftsführer eines Luxuskaufhauses in Berlin, wurde von Leonora Bloch, seiner Putzfrau, tot mit abgetrennten Händen, in seinem Haus vorgefunden. Somit wurde Leonora zur Schlüsselfigur des vielschichtigen Romans.

Mit Leonora wandert man über die Etagen und Abteilungen des Kaufhauses, das die besten Geschäftsjahre bereits hinter sich hat. Dort hat auch die 73-jährige Rentnerin die besten Jahre ihres Lebens verbracht, insgesamt 45 Jahre als Reinigungskraft im Kaufhaus geputzt und für Ordnung gesorgt. Das Putzen und Ordnungsschaffen hat sie also im Blut; wen wundert es schon, dass sie sofort nach dem Auffinden des Opfers den gesamten Tatort gründlich gereinigt hat.

Da der ermordete Dr. Bronstett in seinem Testament die zuverlässige Leonora als Organisatorin seiner Beerdigung bestimmt hat, muss die sonst zurückhaltende, kontaktscheue Rentnerin ihre alten Bekanntschaften und Freundschaften wiederbeleben. Auf diese Weise treten die übrigen Figuren des Romans in Erscheinung; eine bunte Mischung der diversen Charaktere, mit unterschiedlichen Stärken und Sichtweisen, alle ein Teil unserer modernen vielfältigen Gesellschaft.

Ein kritisches Bild dieser Gesellschaft, mit deutlichen Schattierungen und Unterschieden nicht nur zwischen Arm und Reich, skizziert Yael Onokai in ihrem klugen Roman. Die Ermittlungen in dem Mordfall laufen nebenbei, und auch Leonora spielt dabei eine bedeutende Rolle.

Den mehrdeutigen Titel des Romans versteht man erst, wenn man das Buch ausgelesen hat. Das Buch muss gelesen werden. Ich kann es wärmstens empfehlen.