Was die Putzfrau verbirgt

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violettera Avatar

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Ein Luxuskaufhaus in Berlin, das noch von seinem Ruf zehrt, aber längst sein qualifiziertes Personal wegspart, gerät zunächst in die Schlagzeilen, weil der Geschäftsführer in seiner Privatvilla grausam hingerichtet wurde, und als nächstes, als Gästen im feinen Kaufhausrestaurant anstelle der bestellten Austern eine menschliche Hand serviert wird. Was wie ein Krimi beginnt, entwickelt sich schon auf den ersten Seiten zu einem skurrilen Psychogramm der alternden Putzfrau des Opfers. Die 73jährige Leonora putzte seit 45 Jahren für ihn. Sie hatte den Toten in seinem Blut gefunden und das Haus zunächst wie immer gründlich gereinigt, ehe sie daran dachte, die Polizei zu informieren. Als diese eintrifft, steht sie unter Schock. Hat sie etwas zu verbergen? Sie lebt allein und sehr zurückgezogen, meidet Kontakte wo immer möglich, genau wie das Mordopfer, nur am anderen Rand der Gesellschaft. Nach und nach, ganz allmählich erfahren wir mehr über ihre schwierigen Lebensumstände, auch über die wenigen Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen aus der Zeit, als sie noch im Kaufhaus beschäftigt war. Die Autorin erzählt die Handlung in einem sehr ruhigen Duktus, dennoch baut sich allmählich eine Spannung auf, als immer mehr Ungereimtheiten auftauchen und Leonora sich an dies und jenes erinnert, was ihr zunächst entfallen war. Es ist eine seltsam verzwickte und vielfältig verwobene Geschichte, die manche Verwicklung nicht restlos aufklärt. Wer einen Krimi mit viel Action erwartet, mag von diesem Roman enttäuscht sein. Wer feine Nuancen und literarische Qualität schätzt, wird ihn mit Freude lesen.