Wirkungsvoll

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fiyero Avatar

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Schon die Ausgangssituation – ein ermordeter Geschäftsführer in einem traditionsreichen Kaufhaus – erzeugt eine spannende Atmosphäre, doch im Mittelpunkt steht für mich etwas anderes.
Besonders interessant ist die Perspektive der Reinigungskraft Leonora Bloch. Durch ihre Augen erhält man Einblicke in eine Welt, die sonst oft im Verborgenen bleibt. Sie beobachtet seit Jahrzehnten das Leben der Kundinnen und Kunden sowie der Angestellten und weiß dabei mehr über sie, als diese vermutlich ahnen. Diese stille Beobachterrolle macht den Reiz des Romans aus.
Gleichzeitig schildert das Buch sehr anschaulich, wie hart das Leben für Menschen ist, die körperlich arbeiten müssen und wirtschaftlich stark von ihren Jobs abhängig sind. Es wird deutlich, wie unsicher solche Arbeitsverhältnisse sein können und wie schnell Existenzen ins Wanken geraten.
Die Kriminalgeschichte dient dabei eher als roter Faden, der die verschiedenen Figuren und Schicksale miteinander verbindet. Sie bleibt stellenweise im Hintergrund und wirkt fast wie ein Beiwerk – was aber nicht unbedingt negativ ist, sondern den Fokus stärker auf die gesellschaftlichen Themen lenkt.
Insgesamt ist „Die Auster“ gut und flüssig geschrieben, mit einem feinen Gespür für Atmosphäre und zwischenmenschliche Dynamiken.