Ein sehr intensives Buch
DIE AUSWEICHSCHULE
Kaleb Erdmann
ET: 31.07.2025
Erfurt, 26. April 2002:
Der Ich-Erzähler ist elf Jahre alt und besucht die fünfte Klasse, als ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums das Schulgebäude stürmt, 16 Menschen erschießt und sich anschließend selbst tötet. Der Erzähler ist überzeugt, kein Trauma davongetragen zu haben. Weder mit seinen Freunden noch innerhalb der Schule wird der Amoklauf thematisiert. Stattdessen zieht die gesamte Schulgemeinschaft in ein anderes Gebäude um – die sogenannte Ausweichschule. Eineinhalb Jahre später zieht der Erzähler mit seinen Eltern nach München.
Zwanzig Jahre später bringt ein einschneidendes Ereignis die verdrängten Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Der Erzähler beschließt, ein Buch über das Erlebte zu schreiben – doch was hat er tatsächlich erlebt? Seine Erinnerungen sind bruchstückhaft, oft getrübt, und es stellt sich die Frage, ob man alte Wunden überhaupt wieder aufreißen darf.
Kaleb Erdmann hat ein ungewöhnliches Buch geschrieben: weder Roman noch Sachbuch, sondern eine eindringliche Form literarischer Vergangenheitsbewältigung. Er selbst steht dabei meist im Fokus der Erzählung, und trotz des ernsten und traurigen Themas gibt es einige Schmunzelmomente.
Fazit:
Ein intensives und bewegendes Buch über eine kaum vorstellbare Gewalttat. Trotz seines literarischen Anspruchs lässt es sich schnell und flüssig lesen und wirkt lange nach. Zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025.
4/5
Kaleb Erdmann
ET: 31.07.2025
Erfurt, 26. April 2002:
Der Ich-Erzähler ist elf Jahre alt und besucht die fünfte Klasse, als ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums das Schulgebäude stürmt, 16 Menschen erschießt und sich anschließend selbst tötet. Der Erzähler ist überzeugt, kein Trauma davongetragen zu haben. Weder mit seinen Freunden noch innerhalb der Schule wird der Amoklauf thematisiert. Stattdessen zieht die gesamte Schulgemeinschaft in ein anderes Gebäude um – die sogenannte Ausweichschule. Eineinhalb Jahre später zieht der Erzähler mit seinen Eltern nach München.
Zwanzig Jahre später bringt ein einschneidendes Ereignis die verdrängten Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Der Erzähler beschließt, ein Buch über das Erlebte zu schreiben – doch was hat er tatsächlich erlebt? Seine Erinnerungen sind bruchstückhaft, oft getrübt, und es stellt sich die Frage, ob man alte Wunden überhaupt wieder aufreißen darf.
Kaleb Erdmann hat ein ungewöhnliches Buch geschrieben: weder Roman noch Sachbuch, sondern eine eindringliche Form literarischer Vergangenheitsbewältigung. Er selbst steht dabei meist im Fokus der Erzählung, und trotz des ernsten und traurigen Themas gibt es einige Schmunzelmomente.
Fazit:
Ein intensives und bewegendes Buch über eine kaum vorstellbare Gewalttat. Trotz seines literarischen Anspruchs lässt es sich schnell und flüssig lesen und wirkt lange nach. Zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025.
4/5