Ungewöhnliche Herangehensweise an ein Kindheitstrauma
Der Erzähler in diesem Roman ist Autor, auf der Suche nach der Inspiration zu einem neuen Manuskript. Er möchte über seine Kindheitserlebnisse schreiben, als er als 11-Jähriger den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium erlebte. Doch so richtig lässt sich das Erlebte nicht fassen, die Erinnerungen sind verschwommen, überlagert, und niemand möchte so richtig mit ihm über die Erlebnisse von damals sprechen. Nur der Dramatiker, der an einem Theaterstück über den Amoklauf arbeitet, gibt ihm in mehreren Gesprächen die Möglichkeit, über viele Aspekte zu reflektieren und Erinnerungen zu hinterfragen. Gleichzeitig nutzt der Erzähler die Gelegenheit, um die Orte seiner Kindheit wieder aufzusuchen.
“Die Ausweichschule” ist ein ungewöhnlicher, autofiktionaler Roman. Interessanterweise scheinen Theatergruppen und -stücke im Jahr 2025 eine wichtige Rolle als Romansetting zu spielen (siehe auch das Siegerbuch des Deutschen Buchpreises 2025). Im vorliegenden Roman gibt es mitunter skurrile Szenen aus dem Kunstmilieu, bei denen man sich fragt, wie sie zur Handlung gehören. Ich habe das Gefühl, hier nicht alle Symboliken erkannt zu haben. Gelungen fand ich allerdings, wie durch die Suche nach einer Ausdrucksmöglichkeit in Romanform eine Handlung geschaffen wurde, die fast wie von selbst eben jenen Roman erschafft und somit durch den Erzähler indirekt die Geschichte selbst erzählt wird. Hier werden viele interessante Fragen aufgeworfen, die sich einerseits mit Erinnerungen und Schuldzuschreibungen, aber auch moralischen Überlegungen beschäftigen, ob man das Erlebte bei den Betroffenen zu Zwecken der eigenen Aufarbeitung wiederbeleben sollte. Und natürlich stellt sich die Frage nach dem Voyeurismus, wie immer bei solchen Ereignissen.
Da die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird und es mehr um die Erfahrungen des erwachsenen Erzählers geht, bleiben die tatsächlichen Ereignisse eher an der Peripherie des Romans. Es gibt keine blutlüsternen Szenen. Der Roman wird weniger von einer sensationsgierigen Handlung, sondern stattdessen von der Innenschau des Erzählers getragen. Das ist mitunter etwas langwierig und erfordert Geduld mit dem Text. Unklar bleibt zudem das Motiv des Erzählers, nach so langer Zeit doch noch von diesem Kindheitstrauma erzählen zu wollen, wo doch alle in seinem Umfeld seit langem damit abgeschlossen zu haben scheinen. “Die Ausweichschule” ist ein literarischer Text, der viele Fragen stellt, von dem man aber wenig Schilderung der Tathandlung erwarten sollte. Es geht vor allem um den eigenen Umgang und den des Umfeldes, der Behörden und zahlreicher anderer Beteiligter mit diesem schrecklichen Ereignis. Das Buch ist eine wichtige Mahnung in viele Richtungen.
“Die Ausweichschule” ist ein ungewöhnlicher, autofiktionaler Roman. Interessanterweise scheinen Theatergruppen und -stücke im Jahr 2025 eine wichtige Rolle als Romansetting zu spielen (siehe auch das Siegerbuch des Deutschen Buchpreises 2025). Im vorliegenden Roman gibt es mitunter skurrile Szenen aus dem Kunstmilieu, bei denen man sich fragt, wie sie zur Handlung gehören. Ich habe das Gefühl, hier nicht alle Symboliken erkannt zu haben. Gelungen fand ich allerdings, wie durch die Suche nach einer Ausdrucksmöglichkeit in Romanform eine Handlung geschaffen wurde, die fast wie von selbst eben jenen Roman erschafft und somit durch den Erzähler indirekt die Geschichte selbst erzählt wird. Hier werden viele interessante Fragen aufgeworfen, die sich einerseits mit Erinnerungen und Schuldzuschreibungen, aber auch moralischen Überlegungen beschäftigen, ob man das Erlebte bei den Betroffenen zu Zwecken der eigenen Aufarbeitung wiederbeleben sollte. Und natürlich stellt sich die Frage nach dem Voyeurismus, wie immer bei solchen Ereignissen.
Da die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird und es mehr um die Erfahrungen des erwachsenen Erzählers geht, bleiben die tatsächlichen Ereignisse eher an der Peripherie des Romans. Es gibt keine blutlüsternen Szenen. Der Roman wird weniger von einer sensationsgierigen Handlung, sondern stattdessen von der Innenschau des Erzählers getragen. Das ist mitunter etwas langwierig und erfordert Geduld mit dem Text. Unklar bleibt zudem das Motiv des Erzählers, nach so langer Zeit doch noch von diesem Kindheitstrauma erzählen zu wollen, wo doch alle in seinem Umfeld seit langem damit abgeschlossen zu haben scheinen. “Die Ausweichschule” ist ein literarischer Text, der viele Fragen stellt, von dem man aber wenig Schilderung der Tathandlung erwarten sollte. Es geht vor allem um den eigenen Umgang und den des Umfeldes, der Behörden und zahlreicher anderer Beteiligter mit diesem schrecklichen Ereignis. Das Buch ist eine wichtige Mahnung in viele Richtungen.