Beeindruckend

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therealmike Avatar

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Diese Leseprobe geht unter die Haut, ohne dabei auf große Gesten zurückzugreifen. Brendans Ich-Erzähler-Stimme, mit ihrer kindlichen Direktheit und den wiederkehrenden Beobachtungen über den Tod, den er durch seine Arbeit im Bestattungsinstitut fast beiläufig kennenlernt, hat eine eigentümliche Klarheit, die mich sofort gepackt hat. Die kurzen, fast lyrisch reduzierten Kapitel über den Sarg aus Eiche oder die Smaragdwespe, die eine Kakerlake in einen willenlosen Wirt verwandelt, wirken zunächst wie Fremdkörper im Text, entpuppen sich aber als bedrückend treffende Vorausdeutungen auf das, was Ronan widerfahren ist.

Die Freundschaft zwischen Brendan und Ronan ist mit großer Wärme zart zart gezeichnet, ihre erste Begegnung mit dem Nasenbluten, die jahrelange Verlässlichkeit, ohne dass die beiden sich außerhalb der Schule je besucht hätten, das hat eine anrührende Beiläufigkeit. Gerade weil Ronan als so makellos, sportlich und beliebt beschrieben wird, trifft die Slow-Motion-Enthüllung am Ende umso härter: der Rollstuhl, die zerstörte Sprache, der schiefe Kopf. Die Verweigerung Brendans, sich mit Andeutungen abspeisen zu lassen, und sein Bestehen darauf, dass nur Ronan selbst seine Geschichte erzählen darf, ist ein starker, konsequenter Schlusspunkt für diesen Auftakt.

Was mich zusätzlich beeindruckt, ist die Nebenfigur Kevin Sherry, dessen kurze menschliche Verletzlichkeit am Sarg des Großvaters und sein anschließendes aggressives Schweigen in der Schule ein feines Gespür für soziale Masken und Scham zeigen. Ich bin gespannt, wie und ob Ronan seine Geschichte je erzählen kann und wie sich diese Freundschaft unter den neuen, harten Bedingungen weiterentwickelt.