Absolute Entdeckung, sehr empfehlenswert

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meggie3 Avatar

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Brendan und Ronan sind beste Freunde, allerdings nur in der Schule. Außerhalb der Schule haben sie keinerlei Kontakt. Und so freut sich Brendan nach den langen Sommerferien darauf, gemeinsam mit Ronan ins letzte Schuljahr vor dem College zu gehen. Wie immer wartet er auf Ronan am Schultor, diesmal allerdings vergeblich. Er erfährt, dass Ronan in den Ferien einen schweren Unfall hatte, der eine schwere Hirnverletzung zur Folge hatte. Nach dem ersten Schock ist für Brendan klar, dass ihre Freundschaft weitergehen muss, jetzt unter ganz anderen Vorzeichen. Nun ist Brendan der, der für Ronan da sein muss, der für ihn kämpft und ganz nebenbei die sonstigen Herausforderungen eines Sechzehnjährigen bewältigen muss.

Ich muss zugeben, dass ich von diesem Roman zunächst gar nicht so viel erwartet habe. Vom Cover her wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass sich hinter den Buchdeckeln eine so außergewöhnliche, tiefgründige und berührende Geschichte verbirgt. Umso froher bin ich, dass ich den Roman entdeckt habe und er zu einem meiner Lesehighlights des Jahres 2026 werden konnte.

Colin Morgan beschreibt auf eine unfassbar leichte und berührende Weise zunächst eine Tragödie. Ein junger, beliebter und talentierter Schüler wird von einem Moment auf den anderen zu einem hilfsbedürftigen Menschen, der sich weder eigenständig bewegen noch ausdrücken kann. Sämtlicher Stärken, die ihn ausgemacht haben, ist er so auf einmal beraubt. Und gleichzeitig wird eindrücklich beschrieben, welche Kraft und wie stark der Glaube und die Hoffnung seiner Eltern und seines Freundes Brendan sind.

Was den Roman für mich so ungewöhnlich macht, ist die bedingungslose Freundschaft und Zuneigung zwischen Brendan und Ronan. Die Verletzlichkeit und Ehrlichkeit in den Gefühlen, die Überforderung und Hilflosigkeit und dann wiederum der unerschöpfliche Willen und der feste Glaube Brendans an eine Verbesserung bei Ronan sind so intensiv, dass ich sie fast körperlich spüren konnte.

Der Roman ist aus der Sicht von Brendan geschrieben. Dessen Blickwinkel ist dabei sehr authentisch gelungen. Als Protagonist ist er sehr interessant. Auf der einen Seite ist er beinahe naiv, wenn er fest davon ausgeht, dass Ronan ihm irgendwann von dem Unfall erzählt und auf der anderen Seite ist er diszipliniert und erwachsen, um so viel Zeit wie möglich für Ronan zu haben. Nebenbei passieren ihm natürlich auch die Dinge, die einem Teenager so passieren können. Die erste zarte Liebe mit der einhergehenden Unsicherheit, die Unklarheit über seinen weiteren Bildungsweg. All diese Themen erhalten Raum, ohne dass die Freundschaft zu Ronan aus dem Fokus gerät.

Es gab einige Stellen in dem Roman, an denen ich schwer schlucken musste. Bei Romanen passiert mir das äußerst selten. Colin Morgan gelingt es, ein schweres Thema leicht zu verpacken und dabei trotzdem nicht kitschig und dafür zu jeder Zeit empathisch und berührend zu sein. Klare Leseempfehlung von mir!