Emotionale, aber auch etwas oberflächliche Geschichte über Freundschaft, Verlust und das Erwachsenwerden

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schnaeppchenjaegerin Avatar

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Brendan war ein Einzelgänger in der Schule, bis er Ronan kennenlernt und sich mit ihm anfreundet. Ronan ist ein intelligenter, allseits beliebter Schüler, der sportliche Bestleistungen bringt. Nach den Sommerferien und acht Wochen ohne Ronan freut sich Brendan auf ein Wiedersehen in der Abschlussklasse, aber er wartet am ersten Schultag vergebens auf Ronan. Sein bester Freund hat in der Folge eines Unfalls ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Er sitzt im Rollstuhl und kann nicht sprechen. Nach einem ersten Schockmoment muss Brendan lernen, die Freundschaft zu Ronan neu zu definieren. Es etabliert sich Kumpelzeit nach der Schule, in denen sie sich fast ohne Worte verstehen und sie beide auf ihre Art einander eine Stütze sind. Gleichzeitig muss Brendan sich auf seine Zukunft vorbereiten, entscheiden, welchen beruflichen Weg er einschlagen möchte und lernt die erste Liebe kennen.

"Die Ballade von Ronan McCoy" ist ein Coming-of-Age-Roman über einen 16-jährigen Schüler an der Schwelle zum Erwachsenwerden, der seinen besten - und einzigen - Freund verliert und lernen muss, mit den Folgen umzugehen.
"Ballade" lässt eine dramatische Geschichte erwarten und tatsächlich ist der Unfall von Ronan ein Schock, der das Leben von Brendan verändert. Allein aus seiner Perspektive geschildert, kann nur erahnt werden, wie verheerend die Auswirkungen für die McCoys sind.

Brendan ist ein sensibler Junge, der häufig noch jünger wirkt als seine 16 Jahre. In der Schule hat er mit Mobbing zu kämpfen und seine eigene Familie hat mit dem Tod der Großmutter einen Verlust erlitten, der nicht ohne Spuren geblieben ist.
Nach einer Trauerphase und Wochen, um sich neu zu sortieren, stehen die Zeichen auf Neuanfang. Dazu passt auch, dass Brendan sich zum ersten Mal verliebt und seine weitere Zukunft nach dem Schulabschluss planen muss.

Neben der innigen Freundschaft, die beständig zwischen Brendan und Ronan ist, wird auch die bedingungslose Liebe der Eltern zu ihren Kindern dargelegt, wobei man als Leser aufgrund fehlender Hintergründe auf Distanz bleibt.
Die Situation um die Verfassung von Ronan mit all seinen Konsequenzen erscheint zudem etwas simpel und die Reaktionen darauf sind fast schon ein wenig unbeschwert, was Zweifel aufkommen lässt, ob die Protagonisten ehrlich optimistisch sind oder nur eine Fassade aufbauen, um an den Umständen nicht zu zerbrechen. In diesem Zusammenhang wirken die Dialoge häufig unnatürlich, insbesondere wenn Brendan von seinem Vater nur als "Sohn" angesprochen wird. Überhaupt erscheinen alle Protagonisten mit ihrer gutherzigen, höflichen, gefassten, positiven Art befremdlich und vollkommen austauschbar.

Die Geschichte berührt ob des folgenschweren Unfalls (dessen Umstände unerklärt geheimnisvoll bleiben), wirkt jedoch aufgrund der jungen Hauptfigur und dem konfliktarmen Verlauf der Geschichte wie ein Jugendroman, der eine Auseinandersetzung mit den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas und dauerhafter Beeinträchtigung scheut und sowohl die Charaktere als auch die aufwühlende Lage nur oberflächlich skizziert.