Im Strudel des Lebens - berührend, traurig, schön

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verhei Avatar

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Brendan wartet nach den Sommerferien auf seinen besten Freund Ronan. Die beiden verbindet seit dem ersten Tag in der weiterführenden Schule eine Freundschaft, die sich aber auf die Schule beschränkt. Ronan, der begabte in Sport und Englisch, ist für den stillen Außenseiter Brendan ein Anker. Er erfährt das Ronan im Sommer einen Unfall erlitten hat und nun auf den Rollstuhl angewiesen ist und nicht in der Lage ist zu sprechen. Im letzten Schuljahr ist die Welt nun aus den Fugen und Brendan navigiert zwischen schulischer Realität, seinem Job, dem Vorbereiten auf das Leben danach und einem Freund, den er nun anders unterstützen möchte.

Der Schreibstil war für mich ruhig und passend, aber auch emotional, ohne übertrieben zu sein. Wie auch Brendan schwangt der Leser zwischen humorvollen Szenen und Trauer, Verzweiflung und Verwirrung. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die den Leser wirklich mitreißt und authentisch erscheint, eben passend für die Geschichte aus der Sicht des Jugendlichen Ronan. Außerdem bleibt Zeit für die ruhigen Momente, die fast schon philosophisch wirken.

Neben der Gefühlswelt von Ronan, streift man natürlich auch die von den McCoys und auch die von Ronans Eltern. Man erkennt zu Beginn recht rasch, wie unsicher auch Erwachsene im Umgang mit solchen Situationen sind. Bekommt doch Brendan an einem Schultag mit Ronan wenig Rückhalt von Lehrern. Es zeigt sich eben welche Auswirkung diese Extremsituation auch auf Erwachsene hat. Ronans Familie, die nach dem Tod der Großmutter etwas hilflos, sprachlos und separiert wirkt, scheint durch den Schicksalsschlag wieder mehr zusammenrücken. Die McCoys, vor dem Unfall eine eng verbundene Familie, kämpfen nun einen schmerzvollen, aber realistischen Kampf mit der neuen Realität. Sie erkennen wie wichtig Ronan als Bezugsperson ist und nehmen ihn wie einen Ersatzsohn in die Familie auf.

Das Große Thema des Romans ist universal: Wie kommt man mit großen Umbrüchen zurecht? Und worüber darf ich mich freuen, wenn das Leben nun anders verläuft für meine Umgebung. Denn: Für Brendan läuft das letzte Schuljahr doch regulär für ihn ab – Nebenjob, Prüfungen, die Gedanken an den Schulabschluss, das andere Geschlecht, Schulball, Führerschein. Man merkt die Hilflosigkeit und Zerrissenheit von Brendan. Worüber darf man sich freuen, wenn der beste Freund dies nicht mehr tun kann? Berechtigte Fragen. Hilflosigkeit und Wut zu Beginn trifft auf den Wunsch zu unterstützen.

Ein berührender und wirklich gelungener Roman, der weit mehr als ein Coming-of-Age Roman ist. Ich würde mich wirklich auf weitere Bücher des Autors freuen.