Eine berührende Geschichte über Freundschaft, Hoffnung und Erwachsenwerden

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susiundstrolch Avatar

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„Die Ballade von Ronan McCoy“ von Colin Morgan hat mich sehr bewegt. Es ist die Geschichte über Brendan und Ronan, über Freundschaft, Trauer, Liebe und das Erwachsenwerden.

Von Anfang an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Besonders die ersten 100 Seiten habe ich fast in einem Rutsch gelesen, weil ich die Geschichte so spannend und unterhaltsam fand. Brendan, aus dessen Perspektive die Handlung erzählt wird, war mir sofort sympathisch. Es fiel mir leicht, mich in ihn hineinzuversetzen, und seine Gedanken und Gefühle waren für mich stets greifbar und nachvollziehbar.

Nachdem ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte, dass sich die Handlung etwas in die Länge zog, nahm die Geschichte zu Beginn des letzten Drittels wieder deutlich an Fahrt auf. Dabei wurden noch einmal ganz neue Themen aufgegriffen, die das Buch für mich aber letzten Endes sehr rund gemacht haben.

Insgesamt hat mir der Roman wirklich gut gefallen. Ich habe gelacht, mit den Figuren mitgefiebert und hatte an einigen Stellen sogar Tränen in den Augen.

Ein paar kleinere Kritikpunkte habe ich dennoch. So sehr ich Brendan als Protagonisten mochte, war er mir stellenweise fast schon zu glatt als Charakter. Für sein Alter wirkte er auf mich manchmal extrem weise und reif. Er versuchte stets, das Richtige zu tun, schaffte es meistens auch und fand selbst in schwierigen Situationen nahezu immer die passenden Worte. Das erschien mir für einen Teenager nicht immer ganz glaubwürdig. Lediglich im Umgang mit seiner Mitschülerin Jennifer zeigte er eine gewisse Unsicherheit und Unbeholfenheit, die ich für einen Jungen seines Alters sehr authentisch fand.

Auch Ronans Eltern waren mir stellenweise etwas zu idealisiert dargestellt. Sie hatten immer ein offenes Ohr, waren aufopferungsvoll, verständnisvoll und bestärkend. Natürlich sind das alles schöne Eigenschaften, allerdings hätte ich mir gerade angesichts der schwierigen Situation, in der sich die Familie befand, etwas mehr Ambivalenz gewünscht. Schließlich bringen Trauer und außergewöhnliche Belastungen nicht immer nur die besten Seiten eines Menschen zum Vorschein. Sowohl Brendan als auch die McCoys hätten für meinen Geschmack etwas mehr Ecken und Kanten vertragen können, um als Figuren noch lebendiger und vielschichtiger zu wirken.

Trotz dieser kleinen Schwächen ist „Die Ballade von Ronan McCoy“ für mich ein sehr gelungener Roman, der mich stellenweise tief berührt hat. Colin Morgan schreibt in einer wunderbar sanften, bildhaften Sprache, die viele Gefühle transportiert, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Gerade diese einfühlsame, teilweise metaphorische Erzählweise hat das Buch für mich so besonders gemacht.

Eine wunderschöne, bewegende Geschichte, die ich trotz meiner Kritikpunkte sehr gerne weiterempfehle.