Interessante Charakterstudie mit Luft nach oben
Ich wollte das Buch so gerne mögen. So richtig feiern. Ehrlich. Ich habe einen Sweet Spot für junge Autoren, die ihr Debüt veröffentlichen, und ich finde Colin Morgan, bekannt als Schauspieler aus der BBC-Serie Merlin, super sympathisch. Aber irgendwie ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Das lag nicht nur am KI-Teilgenerierten-Coverbild.
Dabei hat alles so verheißungsvoll angefangen. Der erste Teil des Buches ist grandios. Colin Morgan schafft es, seinen Erzähler Brandon fühl- und greifbar zu machen. Das Buch ist aus Sicht Brandons geschrieben und seine ungefilterten Gedanken und Gefühle tragen die Geschichte. Brandon ist kein großer Erzähler, noch sehr jung, er kann die Ereignisse noch nicht einordnen und versteht vieles noch nicht. Er schafft es auch nicht, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Als Leser fühlt man sich zurückversetzt in die eigene Jugend und kommt Brandon in seiner Verletzlichkeit sehr nah. Brandon ist ein typischer Antiheld – passiv, überangepasst, zu brav. Statt Feiern und Blödsinn im Kopf zu haben, putzt er Autos. Sein Alltag wirkt düster, leer. Der Haushalt, das Leben in der irischen Provinz, all das bedrückte mich beim Lesen und ich bekam ein Gefühl für das Setting.
Colin Morgan braucht dafür keinen Holzhammer. Er muss nichts erklären. Er zeigt einfach, er deutet an. Das finde ich großartig und hätte ich von einem Debütautor so nicht erwartet.
Funktioniert die Erzählweise anfangs noch gut, nutzt sich Brandons Geschwätzigkeit irgendwann ab. Mir fiel es zunehmend schwer, nicht genervt mit den Augen zu rollen, wenn Brandon z. B. beim Fotovortrag zu jedem Bild mit der ganzen Entstehungsgeschichte daherkommt. Ja, es ist konsequent, dass Brandon nicht anfängt, ein besserer Erzähler zu werden. Aber 100 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan.
Die Dialoge wurden gegen Ende auch immer merkwürdiger. Dabei gibt es durchaus auch gute, welche die Sprachlosigkeit und die Mauer, hinter der sich die Figuren verschanzen, treffend einfangen.
Brandon als Erzähler hat mich im Nachhinein noch länger beschäftigt. Aber leider hat Colin Morgans Debüt bei mir einfach nicht „Klick“ gemacht.
Dabei hat alles so verheißungsvoll angefangen. Der erste Teil des Buches ist grandios. Colin Morgan schafft es, seinen Erzähler Brandon fühl- und greifbar zu machen. Das Buch ist aus Sicht Brandons geschrieben und seine ungefilterten Gedanken und Gefühle tragen die Geschichte. Brandon ist kein großer Erzähler, noch sehr jung, er kann die Ereignisse noch nicht einordnen und versteht vieles noch nicht. Er schafft es auch nicht, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Als Leser fühlt man sich zurückversetzt in die eigene Jugend und kommt Brandon in seiner Verletzlichkeit sehr nah. Brandon ist ein typischer Antiheld – passiv, überangepasst, zu brav. Statt Feiern und Blödsinn im Kopf zu haben, putzt er Autos. Sein Alltag wirkt düster, leer. Der Haushalt, das Leben in der irischen Provinz, all das bedrückte mich beim Lesen und ich bekam ein Gefühl für das Setting.
Colin Morgan braucht dafür keinen Holzhammer. Er muss nichts erklären. Er zeigt einfach, er deutet an. Das finde ich großartig und hätte ich von einem Debütautor so nicht erwartet.
Funktioniert die Erzählweise anfangs noch gut, nutzt sich Brandons Geschwätzigkeit irgendwann ab. Mir fiel es zunehmend schwer, nicht genervt mit den Augen zu rollen, wenn Brandon z. B. beim Fotovortrag zu jedem Bild mit der ganzen Entstehungsgeschichte daherkommt. Ja, es ist konsequent, dass Brandon nicht anfängt, ein besserer Erzähler zu werden. Aber 100 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan.
Die Dialoge wurden gegen Ende auch immer merkwürdiger. Dabei gibt es durchaus auch gute, welche die Sprachlosigkeit und die Mauer, hinter der sich die Figuren verschanzen, treffend einfangen.
Brandon als Erzähler hat mich im Nachhinein noch länger beschäftigt. Aber leider hat Colin Morgans Debüt bei mir einfach nicht „Klick“ gemacht.