Traurig, tiefgründig und trotzdem voller Hoffnung

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anjarie Avatar

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Schon nach der Leseprobe wusste ich, dass Die Ballade von Ronan McCoy kein Buch ist, das man einfach nur liest und danach wieder zur Seite legt. Die Erzählung aus der Ich-Perspektive mit ihren teilweise sehr tiefgehenden und emotionalen Sätzen hat mich sofort gefangen genommen. Dabei passiert gerade am Anfang eigentlich gar nicht so wahnsinnig viel. Vieles lebt von Brendans Beobachtungen und Gedanken. Und trotzdem entsteht eine Spannung, die mich immer weiterlesen ließ.

Im Mittelpunkt steht die Freundschaft zwischen Brendan und Ronan. Die beiden wollten eigentlich gemeinsam erwachsen werden, die Schule hinter sich lassen und herausfinden, was danach kommt. Doch plötzlich ist alles anders und Brendan muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie sein eigenes Leben weitergehen kann, während das seines besten Freundes immer mehr zum Stillstand kommt.

Das Thema Tod ist dadurch von Anfang an präsent, wird aber unglaublich vorsichtig und mit viel Würde behandelt. Natürlich ist die Geschichte traurig und an manchen Stellen auch wirklich emotional, aber sie fühlt sich nie ausschließlich schwer oder hoffnungslos an. Im Gegenteil: Gerade während Brendan mit Trauer, Hilflosigkeit und Verlust umgehen muss, beginnt sich für ihn gleichzeitig eine neue Zukunft zu öffnen.

Diese Verbindung mit den typischen Coming-of-Age-Themen hat mir besonders gut gefallen. Es geht um Freundschaft, erste Liebe, Zukunftspläne und darum, seinen eigenen Platz im Leben zu finden. Und gleichzeitig steht immer diese schwierige Frage im Raum, ob man sich erlauben darf weiterzuleben und neue Wege zu gehen, wenn ein geliebter Mensch das vielleicht nicht kann.

Auch die Entwicklung der Charaktere fand ich sehr schön dargestellt. Das gilt nicht nur für Brendan, sondern auch für die Nebenfiguren, die nicht einfach nur Staffage bleiben. Dadurch bekommt die Geschichte noch einmal mehr Tiefe und fühlt sich sehr menschlich an.

Einzig das Cover finde ich im Nachhinein fast ein bisschen irritierend. Es wirkt so fröhlich und leicht, dass ich dahinter zunächst eine ganz andere Geschichte vermutet hätte. Denn leicht ist dieses Buch definitiv nicht. Trotzdem passt diese Helligkeit vielleicht doch ein kleines bisschen: Bei aller Traurigkeit bleibt die Geschichte nämlich immer auch zärtlich und hoffnungsvoll.

Für mich ist Die Ballade von Ronan McCoy eine sehr einfühlsame Geschichte über Freundschaft, Verlust und das Erwachsenwerden. Darüber, wie schwer es sein kann, weiterzugehen und dass genau darin manchmal auch ganz viel Liebe steckt. Ein ruhiges Buch mit unglaublich viel Tiefe, das mir schon auf den ersten Seiten unter die Haut gegangen ist und dieses Gefühl bis zum Ende behalten hat.