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melissa_280105 Avatar

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Diese eher leise und ruhige Erzählung hat mich tief berührt, zu Tränen gerührt und gleichzeitig vollkommen begeistert.

Die Geschichte wird aus der Sicht des 16-jährigen Brendan erzählt, der sich nach den Sommerferien darauf freut, seinen besten – und einzigen – Freund Ronan wiederzusehen. Doch Ronan hatte während der Ferien einen schweren Unfall und kehrt deshalb zunächst nicht in die Schule zurück. Für Brendan bedeutet das, dass er seinen Platz innerhalb des Schulgefüges ohne seinen Freund neu finden muss. Ronan war für ihn immer eine wichtige Stütze, hat ihn gestärkt und ermutigt. Gleichzeitig steht Brendan vor der Herausforderung, herauszufinden, wie er ihre Freundschaft trotz der veränderten Situation aufrechterhalten kann. Dieses Mal muss die Initiative vor allem von ihm ausgehen.

Besonders gelungen fand ich die Wortwahl und den Schreibstil. Die ruhige, einfühlsame Sprache passt wunderbar zur Geschichte und lässt viel Raum für die unterschiedlichen Facetten von Trauer und Verlust.

Brendan selbst hat seine Großmutter verloren und erlebt gleichzeitig mit, wie seine Mutter mit dem Tod ihrer eigenen Mutter zu kämpfen hat. Auch für ihn ist der Verlust noch präsent und er vermisst seine Oma. Gleichzeitig verändert sich seine Freundschaft zu Ronan durch dessen Unfall und die daraus resultierenden Einschränkungen. Zeitweise kann Ronan nicht sprechen, und gemeinsame Treffen der beiden Jungen sind kaum möglich, ohne dass Ronans Eltern dabei sind.

Sehr interessant fand ich auch, wie aktiv Brendan versucht, die Folgen von Ronans Hirnverletzung zu verstehen. Er setzt sich mit den möglichen Auswirkungen auseinander, um Ronans Reaktionen besser einordnen und verstehen zu können. Dadurch wird deutlich, wie wichtig ihm die Freundschaft ist und wie sehr er darum bemüht ist, Ronan trotz aller Veränderungen nicht zu verlieren.

Auch Brendans Arbeit in einem Bestattungsinstitut fügt sich stimmig in die Geschichte ein. Tod und Trauer sind dadurch auf ganz unterschiedliche Weise ständig präsent und werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Besonders überzeugt haben mich die beiden Hauptfiguren. Brendan und Ronan werden facettenreich und glaubwürdig dargestellt, sodass ich von beiden ein sehr klares Bild entwickeln konnte. Über Ronan erfahren wir vieles durch Brendans Erinnerungen und Rückblicke – sowohl aus der Zeit vor als auch nach dem Unfall. Gleichzeitig gewährt Brendan als Ich-Erzähler sehr persönliche Einblicke in seine eigenen Gedanken, Gefühle und Einschätzungen.

Insgesamt empfand ich die Figuren als ausgesprochen authentisch und vielschichtig. Gerade die leisen Zwischentöne, die Unsicherheiten und die Veränderungen in der Freundschaft haben die Geschichte für mich so besonders gemacht.

Eine ruhige, berührende Geschichte über Freundschaft, Verlust, Trauer und die Frage, wie man einem Menschen nahe bleiben kann, wenn sich plötzlich alles verändert.