Macht neugierig

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chralrz Avatar

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Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin weckt bereits durch das Cover eine besondere Atmosphäre, die mich stark anspricht. Die warmen Farben und die Leichtigkeit lassen sofort Bilder von Ostsee, Strand und sommerlicher Ruhe entstehen. Diese Stimmung setzt sich auch im Inhalt fort. Die Protagonistin Julika bewegt sich zwischen zwei Welten. Tagsüber in der faszinierenden Vergangenheit der Bernsteinforschung, abends in der belastenden Gegenwart der Pflege ihrer Mutter. Besonders spannend ist der geheimnisvolle Fund im Bernstein, der sie an die Ostsee führt und eine Geschichte von Liebe, Verlust und Neubeginn eröffnet.

Die Verbindung aus naturwissenschaftlichem Interesse, familiärer Verantwortung und der Suche nach einem eigenen Lebensweg macht den Roman thematisch vielschichtig. Auch die atmosphärische Darstellung der Ostseeküste und die Rückblicke in vergangene Zeiten tragen zu einer dichten, fast melancholischen Stimmung bei. Diese Elemente haben mein Interesse geweckt und lassen auf eine tiefgründige und emotionale Geschichte hoffen.

Allerdings konnte mich der Schreibstil nicht vollständig überzeugen. Er wirkte stellenweise kühl und distanziert, wodurch es mir schwerfiel, eine echte emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen. Trotz der vielversprechenden Themen und der stimmungsvollen Kulisse blieb die Handlung für mich daher etwas auf Abstand und hat mich nicht so stark berührt, wie ich es mir gewünscht hätte. Gerade bei einer Geschichte, die von Liebe, Erinnerung und Neuanfang erzählt, hätte ich mir mehr emotionale Tiefe und Nähe gewünscht.