Bewegend

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cynthiam Avatar

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Ich hatte vor der Lektüre dieses Romans eigentlich keine wirklichen Bezug zu Bernstein und seiner historischen Bedeutung. Durch dieses Buch habe ich daher einige neue, faszinierende Informationen rund um Bernstein gewonnen und werde mich wohl auch noch über die Lektüre des Romans hinaus weiter damit beschäftigen. Und obwohl Bernstein hier eine zentrale Rolle spielt, so ist dieses Buch für mich doch eher eine Geschichte über Familie, Identitätssuche, Flucht und Selbstaufopferung. Die Themen sind wahnsinnig nahbar aufbereitet und es viel mir leicht, mich selbst in die dargestellten Situationen hineinzuversetzen.



Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei ich vor allem Ebbas Geschichte als junge Frau, die ihr Leben nicht selbst bestimmen darf und hauptsächlich lebt um die Erwartungen anderer zu erfüllen und daran zu zerbrechen droht, sehr einnehmend und mitreißend fand. Ich habe so mit ihr mitgefiebert, ob sie wohl ihren Platz in der Welt und Erfüllung finden wird. Aber auch Julika, als moderne, junge Frau sieht sich dem Druck gesellschaftlicher und familiärer Erwartungen entgegen, was ich sehr nachvollziehbar und emotional ergreifend fand. Das Aufeinanderprallen dieser beiden Frauen und Welten war einfach großartig zu verfolgen.



Die Autorin schafft hier starke Bilder, die sich in meinem Kopf festgesetzt haben und immer wieder regen kluge Worte und Aussprüche zum Nachdenken an, welche Schuldigkeit Kinder ihren Eltern gegenüber eigentlich haben, wie Familie und Partnerschaft aussehen kann und sollte. Ich hab das Buch richtig gern gelesen und war am Ende unfassbar traurig, aber gleichzeitig auch erleichtert. Die Geschichte ist super rund und für mich einfach richtig schön.