Bewegende Lebensgeschichten

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lorireads Avatar

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Nachdem ich über die Bernsteinfischerin auf Instagram viel gutes gehört habe, habe ich mich nach längerer Zeit mal wieder an einen Roman gewagt. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn in diesem Buch steckt so viel Emotion und Geschichte! Die Art und Weise wie die Autorin die erdgeschichtliche Faszination für Bernstein aufbereitet hat und dann aber gleichzeitig auch dessen jüngere Vergangenheit durch den Krieg und die Verwendung in der Waffenindustrie dargestellt hat fand ich total spannend. Vor allem hat mich aber die Geschichte der kleinen Ebba und ihres besten Freundes Leo begeistert, die in diesen düsteren Zeiten, in denen alle gesammelten Bernsteine abgegeben werden mussten, ihre ganz besonderen Funde heimlich gesammelt und über die Jahre verwahrt und mit ihrer Lebensgeschichte verbunden haben. Auch wie Ebba diese Bernsteine später in ihre Kunst verarbeitet hat und wie sie zuletzt durch die junge Bernsteinforscherin Julika wieder entdeckt wurden hat mir gut gefallen. Es war spannend zu lesen, wie weit dieser besondere Stein die Leben der beiden Frauen prägt und letztendlich zu einer außergewöhlichen, generationenübergreifenden und tiefen Verbindung zwischen ihnen geführt hat.
Die Perspektivwechsel zwischen Julikas Forschung, mit der sie ihren eigenen Problemen zu Hause entfliehen kann und die sie zu Ebba an die Ostsee führen und den Rückblenden in Ebbas Vergangenheit waren gut aufeinander abgestimmt. Ich fand stets beide Perspektiven interessant und habe mich eigentlich nie, wie ich es sonst öfter bei diesen Büchern habe, deutlich mehr für einen der beiden Handlungsstränge interessiert.
Julikas Zerissenheit zwischen der Verantwortung gegenüber ihren Eltern und dem Drang, ihr eigenes Leben zu führen und frei zu sein fand ich sehr authentisch beschrieben. In den Rückblenden zu Ebbas Lebensgeschichte wurden einige Parallelen zwischen den beiden Frauen deutlich, obwohl sie zu ganz verschiedenen Zeiten lebten und unterschiedliche gesellschaftliche Erwartungen auf ihnen lasteten.
Besonders gut gefallen hat mir das Ende des Buchs, das die Autorin sehr emotional und irgendwie gleichzeitig traurig aber auch schön geschrieben hat, sodass ich das Buch mit vollem Herzen beendet habe und nun selbst eine kleine Faszination für Bernstein entwickelt habe.