Eintauchen in eine andere Welt

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geli73 Avatar

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Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal aus Sicht von Julika, einer 26-jährigen Bernsteinforscherin aus Frankfurt und auch Sicht Ebbas, einer Künstlerin, die in Niendorf an der Ostsee lebt.

Julika fühlt sich wie eingesperrt. Seit dem Tod ihrer kleinen Schwester bei einem Unfall ist vor allem ihre Mutter so stark beeinträchtigt, dass sie an Depressionen leidet und das Leben kaum bewältigen kann. Julika und ihr Vater stehen an ihrer Seite, doch es wird nicht besser. Julika verkneift sich alles, was das zerbrechliche Gleichgewicht der Familie aus dem Takt bringen könnte, und so fährt sie heimlich Rennrad, hat keine Freunde, ist entweder in der Uni oder zuhause und nur, wenn sie an ihrer Dissertation zum Thema Bernstein arbeitet, vergisst sie die Zeit.

Ebba lernen wir als kleines Mädchen kennen, das lieber mit dem Vater frühmorgens bei stürmischer See nach Bernstein sucht statt das brave Kind zu sein, das ihre Mutter so gerne hätte. Diese Wildheit zieht sich durch ihr Leben, sie fühlt sich eingeschränkt bei der Hauswirtschaftsschule, die sie notgedrungen besucht, um ihren Eltern bei der Pension helfen zu können. Erst ihr Jugendfreund Leo, den sie in den letzten Kriegstagen auf der Flucht in der alten Heimat zurücklassen musste, bringt Ruhe und Liebe in ihr Leben, doch nicht für ewig.

Die beiden Frauen begegnen sich, als Julika einen seltenen Einschluss in einem Bernstein entdeckt und herausfindet, dass er einst von Ebba gefunden wurde. Doch der Bernstein ist unvollständig und so macht sich die junge Frau auf die Suche.

Mich konnte dieser Roman richtig mitreißen. Ich habe viel über Bernstein und die Forschung erfahren, aber auch die persönliche Geschichte der beiden Frauen hat mich berührt. Beide fühlen sich wie gefangen in der Welt, die sie ausfüllen sollen, um die Erwartungen anderer zu erfüllen.

Dazu die anschaulichen Schilderungen der Ostsee, die Entwicklung des Tourismus und die Beschreibung der Kunst, die Ebba herstellt, so dass ich mich total in das Setting fallen lassen konnte.

Hat mir sehr gefallen.