Zwei Frauen, ein Bernstein, zwei Lebenswege

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mimi81 Avatar

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Ein Bernstein verbindet die Lebensgeschichten von Julika und Ebba – zwei Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten leben und doch auf besondere Weise miteinander verbunden sind. Ihre Geschichten werden auf zwei Zeitebenen erzählt und führen nach und nach zueinander. Gerade diese Verbindung hat mir an dem Roman gut gefallen.
Am Anfang habe ich mich gefragt, was die beiden Frauen miteinander verbindet. Mit der Zeit werden immer mehr Zusammenhänge sichtbar und die beiden Geschichten greifen geschickt ineinander. Dadurch wollte ich immer wieder wissen, wie sich ihre Lebenswege weiterentwickeln.
Julika muss nach dem Tod ihrer Schwester einen Weg zurück ins Leben finden. Gleichzeitig kümmert sie sich um ihre pflegebedürftige Mutter und ist dadurch stark in familiäre Verpflichtungen eingebunden. In diesem von Verantwortung geprägten Alltag entdeckt sie ihre Faszination für Bernstein. Die Suche danach wird für sie zu etwas, das nur ihr gehört und ihr eine kleine Auszeit von ihrem Alltag gibt.
Ebba dagegen ist schon seit ihrer Kindheit mit der Suche nach Bernstein verbunden. Gemeinsam mit ihrem Vater war sie an der Ostsee unterwegs und hat einige besondere Funde mit Leo gesammelt. Diese Erinnerungen und die damit verbundenen Erlebnisse begleiten sie. Doch nach dem Krieg verändert sich vieles. Der wirtschaftliche und touristische Aufschwung bringt neue Möglichkeiten mit sich, und Ebbas Eltern kümmern sich zunehmend um die Vermietungen.
Besonders gut gefallen haben mir die Charaktere. Einige von ihnen sind wirklich gut ausgearbeitet, und es hat mir gefallen zu sehen, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändern. Sie müssen mit ihren eigenen Entscheidungen, Verlusten und den Erwartungen anderer umgehen. Gerade die beiden Frauen verbindet der Wunsch nach Freiheit. Beide möchten auf ihre eigene Weise aus Konventionen und Verpflichtungen ausbrechen und herausfinden, was sie selbst eigentlich vom Leben wollen.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Atmosphäre des Romans. Die Beschreibungen der Ostsee sind so gelungen, dass ich beim Lesen immer wieder das Gefühl hatte, direkt dort zu sein. Das Meer, die Landschaft und die Suche nach den kleinen Schätzen am Strand schaffen eine besondere, ruhige Stimmung, die gut zur Geschichte passt.
Ein eher stiller Roman, bei dem sich die Handlung sich langsam entwickelt. 4/5 Sterne