Beeindruckend und von trauriger Aktualität, die motiviert und Hoffnung macht.

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aerdna Avatar

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Haben wir diese Woche Kierkegaard-Woche bei Vorablesen.de? Das vierte Mal, dass er mir in einer Leseprobe begegnet - wie spannend! :)

Mit der Festlegung, „ungeschminkt“ bedeute heute etwas grob Intimes, nahezu Pornografisches, kann ich nicht konform gehen - die gute, alte „ungeschminkte Wahrheit“ derart zu „radikalisieren“, wo führt uns das denn hin?
Wenn authentische und integre Ehrlichkeit zu etwas grob Intimem, Pornografischem erhoben wird, ist es dann nicht kein Wunder, dass sie selten wird, verpönt, kritisiert, dass sie Angst macht? Dass eine Martina als „herausfordernd“ gilt, weil sie „ihre Beziehungen ernst nimmt“?!
Höher, schneller, weiter, extremer...ein Symptom unserer Zeit. Aber auch: ängstlicher, feiger, narzisstischer, kränkbarer, distanzierter, isolierter.
Vielleicht ist es das, was den Ansatz dieses Buchs so interessant macht.
Ein Buch von 1976, neu aufgelegt. So aktuell jetzt, wie schon seinerzeit.
Ich denke, es ist ganz genau das, was immer schon dem „Ungeschminkten“ inhärent war; woran wir uns heute nur wieder erinnern dürfen. Ehrlichkeit. Echtheit. Integre Authentizität. Und vielleicht ein Zurück zur Verbindung, statt zur Angst.
Zu einem „Normal“-Denken, statt einer „Mimosisierung“ der Begrifflichkeiten.
„Ungeschminkt“ ist nicht grob intim, pornografisch, oder ungeschont, grob, verletzend. Es ist echt. Es ist verbindend. Es ist nah. Und es ist dringend an der Zeit, dass wir die Angst vor dem Nah-Sein wieder ablegen.
Schönes Cover - etwas irritierend, sehr aussagekräftig - passend!