Liebe oder Freiheit?

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bücherwürmchen Avatar

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„Die beste aller Beziehungen“ der schwedischen Autorin Gun-Britt Sundström erzählt die Geschichte von Martina und Gustav und ihrer Beziehung. Es geht dabei weniger um eine klassische Liebesgeschichte, sondern mehr um die Frage, wie zwei Menschen zusammenleben können, ohne sich selbst zu verlieren. Martina denkt viel darüber nach, was sie will und was sie nicht will. Besonders wichtig ist ihr, unabhängig zu bleiben und sich nicht einfach in eine typische Rollenverteilung drängen zu lassen.
Die Handlung ist eher ruhig, aber dafür sehr ehrlich und nah am echten Leben. Viele Gedanken und Gefühle wirken sehr nachvollziehbar. Man merkt, dass es nicht um Perfektion geht, sondern um Zweifel, Unsicherheit und darum, den eigenen Weg zu finden. Dadurch fühlt sich die Geschichte sehr authentisch an.
Der Schreibstil ist angenehm und gut verständlich. Teilweise ist er auch ein bisschen humorvoll, was mir das Lesen sehr erleichtert hat. Gleichzeitig regt das Buch zum Nachdenken an, zum Beispiel darüber, wie man selbst Beziehungen sieht und was einem wichtig ist und wo man Kompromisse ziehen möchte und wo persönliche Grenzen dessen sind.
An manchen Stellen passiert allerdings nicht so viel, und die vielen Gedanken wiederholen sich streckenweise ein bisschen. Das zieht das Buch zwischendurch unnötig in die Länge. Trotzdem bleibt es insgesamt ein tolles Buch, das ich gern gelesen habe.
Insgesamt ist es ein ruhiges, kluges Buch über Liebe, Freiheit und Selbstbestimmung, auch wenn ich es nicht als absolutes Must-read bezeichnen würde. Es ist besonders für Leserinnen und Leser geeignet, die sich für Beziehungen und persönliche Entwicklung interessieren oder die vielleicht selber immer wieder Zweifel an die Vereinbarkeit von Liebesbeziehung und Selbstbestimmung kommen.