Liebe und Selbstbestimmung

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walliliest Avatar

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Das Buch "Die beste aller Beziehungen" ist älter als ich. Es wurde 1976 in Schweden veröffentlicht und erlangte dort Kultstatus. Jetzt wurde es erstmals ins Deutsche übersetzt.

Die Geschichte:
Auf den ersten Seiten des Buches lernen wir Martina kennen, die in den 70er Jahren in Stockholm Anglistik studiert. Aus ihrer Perspektive ist das Buch geschrieben.

Wie nach den abendlichen Vorlesungen üblich, gehen die Studierenden mit ihren Dozenten nach der Vorlesung in ein Lokal. Dort lernt Martina ihren Kommilitonen Gustav kennen, die beiden werden ein Paar. Schnell wird klar, dass Martina und Gustav sich nach unterschiedlichen Dingen sehen. Gustav möchte Martina heiraten und mit ihr zusammen ziehen. Auch in sexueller Hinsicht kann er nicht genug von ihr bekommen. Hört er nichts von ihr, telefoniert er ihr hinterher oder sucht sie. Von dieser Besessenheit ihr Gegenüber ist Martina genervt. Sie findet zwar, dass sie auf geistiger Ebene perfekt zu Gustav passt, ist aber von seinen dauernden Annäherungsversuchen gereizt. Sie möchte ihre eigene Wohnung und generell ihre Freiheit und selbst entscheiden, wann sie Gustav sieht und wann nicht. Die beiden diskutieren einen Großteil des Buches über ihre Beziehung, über die ungleiche Verteilung ihrer Empfindungen und sind sich oft einig, dass nur eine Trennung die richtige Entscheidung wäre. Doch diese halten sie nicht lange durch und es beginnt wieder der Versuch eine neue Definition für ihre Beziehung zu finden.

Fazit: Obwohl das Buch bereits 50 Jahre alt ist, ist es in den Fragen rund um Liebe, Freheit und Selbstbestimmung immer noch aktuell und zeitlos. Der Schreibstil ist flüssig, der Anspruch an die Lesenden gehoben. Zitate aus der Philosophie von Platon, Aristoteles und Habermas werden genauso in Diskussionen zwischen Martina und Gustav verwendet, wie auch Bibelstellen und Bezüge aus der Literatur. Für mich eine anspruchsvolle und manchmal auch anstregende Lektüre aufgrund einiger Längen und Redundanzen.