für zwischendurch

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ozeanglanz Avatar

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Schon das Cover vermittelt eine ruhige, warme Atmosphäre und passt hervorragend zum Inhalt. Es weckt die Erwartung einer gefühlvollen Geschichte rund um Bücher, Familie und Erinnerungen – genau das bietet der Roman auch.

Im Mittelpunkt steht die junge Lehrerin Kaede, die durch rätselhafte Zeitungsausschnitte in einem gebrauchten Buch gemeinsam mit ihrem Großvater verschiedenen Geheimnissen nachgeht. Dabei spielen Literatur, insbesondere klassische Kriminalromane, sowie die besondere Beziehung zwischen den beiden eine wichtige Rolle. Mehr möchte ich zur Handlung nicht verraten, um die Geschichte nicht vorwegzunehmen.

Der Schreibstil von Masateru Konishi ist ruhig, einfühlsam und leicht zu lesen. Besonders gelungen sind die stillen Momente zwischen Kaede und ihrem Großvater, die viel Wärme ausstrahlen. Gleichzeitig empfand ich das Erzähltempo stellenweise als etwas zu langsam. Einige Szenen hätten für meinen Geschmack kürzer ausfallen können, wodurch sich die Handlung insgesamt etwas mehr Dynamik gewünscht hätte.

Die Figuren wirken glaubwürdig und sympathisch. Vor allem der Großvater ist mit seiner Liebe zur Kriminalliteratur und seiner besonderen Art, trotz seiner Demenzerkrankung Zusammenhänge zu erkennen, eine interessante und berührende Figur. Auch Kaede entwickelt sich im Laufe der Geschichte nachvollziehbar, wenngleich ich zu ihr nicht immer eine enge emotionale Bindung aufbauen konnte.

Besonders interessant fand ich die zahlreichen Anspielungen auf klassische Kriminalliteratur und die Wertschätzung für Bücher und Geschichten. Wer Romane über das Lesen, Literatur und familiäre Beziehungen schätzt, wird hier viele schöne Momente finden. Gleichzeitig sollte man keine rasante Spannung erwarten, sondern sich auf eine eher ruhige, nachdenkliche Erzählweise einlassen.

Fazit: Die Bibliothek meines Großvaters ist ein atmosphärischer Roman mit liebenswerten Figuren und einer schönen Botschaft über die verbindende Kraft von Büchern. Trotz einiger Längen und eines eher gemächlichen Erzähltempos hat mich die Geschichte gut unterhalten. Ich empfehle das Buch allen, die ruhige, gefühlvolle Romane mit literarischem Bezug mögen. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.