Starke Frau gegen alte italienische Traditionen.

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fönbo Avatar

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Francesca Giannone entführt uns in "Die Briefträgerin" in das flirrende, staubige Apulien der 1930er Jahre.

Als Norditalienerin passt sie so gar nicht in das starre Gefüge des kleinen Dorfes, was sofort für eine greifbare Spannung sorgt.

Dieser mutige Schritt gegen alle gesellschaftlichen Konventionen macht sie sofort zu einer extrem sympathischen Identifikationsfigur. Die Dynamik zwischen ihr und ihrem Ehemann Francesco wird dabei sehr feinfühlig und ohne unnötigen Kitsch geschildert.

Der Schreibstil ist bildhaft und elegant, ohne dabei jemals den Bezug zur harten Realität der damaligen Zeit zu verlieren.

Es ist beeindruckend, wie die Autorin das Thema Emanzipation in eine so klassische Familiengeschichte einwebt. Man möchte nach den ersten Seiten unbedingt wissen, wie Anna sich in dieser feindseligen Umgebung behaupten wird.

Die Briefe, die sie austragen wird, versprechen viele spannende Einblicke in das Innenleben der verschiedenen Charaktere. Es ist eine Geschichte über Mut, Herkunft und den steinigen Weg zu sich selbst.