Die Fremde

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annibanni Avatar

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Im Sommer 1934 folgt die junge, verheiratete Lehrerin Anna ihrem Mann aus ihrer ligurischen Heimat in dessen Heimatdorf in Süditalien. Sowohl die Dorfbewohner, als auch Anna selbst, tun sich schwer miteinander. Selbstbewusst, wie sie ist, möchte sie gerne arbeiten, aber sie findet keine Anstellung als Lehrerin und Carlo möchte sie auch ungern in seinem aufstrebenden Weingut beschäftigen. Als der bisherige Postbote jung stirbt, bewirbt sie sich kurzerhand als neue Postbotin und bekommt die Zusage. Sie findet in der jungen Giovanna, der sie Lesen und Schreiben beibringt, eine gute Freundin. Und, neben ihrem Mann, steht ihr auch ihr Schwager zur Seite. Als in den 1950er Jahren die Kinder allmählich erwachsen werden, löst ein sorgsam gehütetes Geheimnis für viel Leid in der Familie.
„Das Leben schreibt die besten Geschichten.“ So auch in diesem Roman, dem die Lebensgeschichte der ersten Postbotin Italiens und Urgroßmutter der Autorin, zugrunde liegt. Schön verwoben wurden hier Nachlass und Fiktion. Realistisch herausgearbeitet wurden die einzelnen Personen der Geschichte, mal sympathisch, mal unsympathisch, mit Ecken und Kanten. Im Zentrum steht immer Anna, aber in den späteren Jahren bekommt auch die nächste Generation mehr Raum. Durch kleine Abschnitte innerhalb der Kapitel, durch die die Handlung die Perspektive wechselt, lässt sich der Roman leicht lesen. Eine schöne Urlaubslektüre.