Eine starke Frau als erste Postbotin Italiens

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irina2605 Avatar

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Anna, jungt und wunderschön, folgt ihrem Ehegatten Carlo und landet in seinem Heimatdorf Lizzanello (Fiktivort) im Süden Italiens. In diesem Dorf kennt jeder jeden, doch Anna fühlt sich fremd und so wird sie auch ihr Leben lang von den Einheimischen genannt: die Fremde. Die, mit verrückten Ideen, die niemand im Dorf verstehen will. Die, die immer ihren Kopf durchsetzt - auch über den Willen ihres Mannes hinweg. Die Geschichte beginnt in den unruhigen 30ern und starke Frauen mit eigenem Kopf, unbeugsamen Selbstbewusstsein und selbstbestimmenden Entscheidungen sind in den ländlichen Gefilden doch recht unterrepräsentiert. Anna ist das egal und so bewirbt sie sich eines Tages um die freie Stelle als Postbotin. Wider Erwarten und trotz bösen Zugen bekommt sie die Arbeit und übt diese jahrzehntelang aus. Anna ist das nicht genug, und so träumt sie von einem Frauenhaus, das bedürftige Frauen auffängt. Auch diese Vision setzt Anna um. Mit ihrem Frauenhaus bietet sie mittellosen Frauen und Mädchen einen Dach über den Kopft, bringt ihnen das Lesen und das Schreiben bei.

Und die Liebe? Auch hier geht es turbulent zu! Antonio, Carlos Bruder, ist über beide Ohren in Anna verliebt, obwohl er selbst eine eigene Familie hat. Die Worte der Liebe, ein offenes Geständnis, kommen sein Leben lang nicht über seine Lippen. Anna ergeht es nicht anders. Nach Annas Tod offenbart lediglich ein kurzer Brief an Antonio die wahren Gedanken und Gefühle, die Anna über viele Jahre in sich trug. Antonio hingegen kann seine Gefühle niemandem mehr anvertrauen.
Der Roman Die Briefträgerin von Francesca Giannone ist voller Leben, Gefühle, Sonne und nicht zu letzt Amore! Auch wenn das Buch an manchen Stellen doch recht langatmig war, ist es trotztem eine schöne und unterhaltsame Sommerlektrüre.
Im Übrigen, die Schriftstellerin hat die Geschichte nicht frei aus dem Nichts erfunden. Ihre eigene Urgroßmutter war die erste Postbotin Italiens und dieses Buch ist eine Anerkennung, die die Urgroßmutter ihrerseits zu Lebzeiten verdient hätte. Ist das nicht wunderbar?