Eine tolle Geschichte über die erste Briefträgerin Italiens

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lealein1906 Avatar

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Ich habe dieses Buch quasi verschlungen, so begeistert war ich davon. Für „Die Briefträgerin“ gibt es deshalb auf jeden Fall fünf Sterne und eine herzliche Leseempfehlung. Ich war von Anfang bis zum Ende von der Geschichte gefesselt und hätte am liebsten noch viel mehr davon gelesen. Ich hoffe, es ist nicht das letzte Buch von Francesca Giannone, die auch in meinen Augen ein richtig tolles Debut gefeiert hat.

Bücher, die auf einer wahren Geschichte basieren, faszinieren mich immer sehr, tatsächlich war Giannones Urgroßmutter die erste Briefträgerin Italiens. Ich bin froh, dass sie diese Geschichte nun mit der Welt teilt, weil es sich um eine so starke Frau handelt, die stets für ihre Rechte gekämpft hat. Annas Geschichte hat mich Seite um Seite berührt. Wie sie in das ihr unbekannte Dorf kommt, wie sie versucht, ihre Freiheit zu behalten und ihre Prinzipien nicht zu verraten, wie sie aller Vorurteile zum Trotz den Job als Briefträgerin bekommt, wie sie sich für andere Frauen einsetzt.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, macht ihre Handlungen und Beweggründe nachvollziehbar. Es werden aber auch viele andere Schicksale mit in ihre Lebensgeschichte eingewoben, von anderen Familienmitgliedern und Dorfbewohnern, deren Geschichten ebenfalls sehr interessant und lesenswert sind. Nie wird es langweilig, man ist immer gespannt, wie es mit den Charakteren weitergeht, wie sich ihre Geschichten entwickeln. Die Ausschnitte, die erzählt werden, sind geschickt gewählt, sodass man ein gutes Gesamtbild erhält, ohne etwas zu vermissen, obwohl über eine so lange Zeitspanne berichtet wird.

Ich war wirklich ein bisschen traurig, dass das Buch zu Ende war und habe noch viel daran gedacht, hätte gerne noch mehr Kapitel gelesen. Aber jede gute Geschichte geht irgendwann zu Ende. Ich lege das Buch allen ans Herz, die gerne über starke Frauen lesen, über historische Begebenheiten, die auch noch heute inspirieren können und über menschliche Gefühle, die nicht immer nur die Sonnenseite beschreiben.