Historischer Roman nach wahren Begebenheiten

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rea1887 Avatar

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Anna und ihr Ehemann Carlo ziehen 1934 vom Norden Italiens in die südliche Heimat von Carlo, nachdem er Haus und Land geerbt hat. Mit dabei ist auch ihr kleiner Sohn Roberto. Carlos Bruder Antonio und dessen Frau freuen sich sehr, dass die Familie nun wieder in der Heimat ist und begrüßen sie herzlich bei deren Ankunft. Dabei wird aber schnell klar, dass Anna sehr selbstbewusst ist und ihre eigene klare Meinung hat. Damit ist sie nicht überall beliebt und wird lange nur "Die Fremde" genannt. Zu Hause ist es ihr bald zu langweilig, seit Carlo seinen eigenen Wein anbaut und dadurch selten zu Hause ist. Daher beschließt sie, die ausgeschriebene Stelle als Briefträgerin anzunehmen. Auch damit stößt sie auf Unverständnis und wenig Gegenliebe. Trotzdem zieht sie diesen Schritt durch und lernt dadurch verschiedene Menschen und Schicksale kennen, denen sie auch im Laufe der Jahre in ihrer Art hilft. Außerdem setzt sie sich immer mehr für Frauenrechte ein und eröffnet später ein Frauenhaus. Aber auch in ihrer eigenen Familie gibt es ein gut gehütetes Geheimnis, das droht, ans Licht zu kommen und dabei alles zu zerstören.
Die Autorin erzählt hier die Geschichte ihrer eigenen Urgroßmutter, es beruht also auf wahren Begebenheiten. Dies macht den Roman zu etwas Besonderem. Leider wirkte die Protagonistin auf mich allerdings oft engstirnig und etwas unsympathisch. Daher bin ich nicht wirklich warm mit ihr geworden. Auch der Klappentext ist im Nachhinein etwas irreführend, da die versteckte Liebe zu dem Bruder ihres Mannes nicht wirklich im Vordergrund steht. Trotzdem hat sich das Buch gut gelesen und war ein interessanter Einblick in die 1930er bis 50er Jahre Italiens.