Wenn man beginnt, seine eigene Moralvorstellungen zu hinterfragen...

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jjs_welt Avatar

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...ist das oft ein Zeichen von sehr gut erzählten Geschichten. Und dieser Roman schafft dies, auf sehr unterschwellige Weise. Denn die Familienverhältnisse sind verzwickt, manche Beziehung ein Zeichen ihrer Zeit und eher aus pragmatischen Gründen eingegangen statt aus Liebe. Doch die Liebe ist oft stärker und so kommt es zu einer offiziellen Beziehungsebene und einer inoffiziellen und das finde ich hier sehr gut dargestellt.
Gleichzeitig ist es eine Geschichte über eine starke Frau, die sich mit viel Feingefühl gegen die Normen ihrer Zeit auflehnt und es schafft, ein traditionelles Dorf langsam für sich zu gewinnen. Diese Erzählung passiert aber nicht plump, sondern mit viel Leichtigkeit und Realität, deshalb hat es mir so gut gefallen. Alle Handlungen sind nachvollziehbar und nichts erscheint an den Haaren herbeigezogen.
Ich könnte verstehen, dass man rein vom Klappentext noch mehr Zusammenhang mit dem Krieg erwartet hätte. Aber der Roman geht größtenteils in eine andere Richtung. Diese ist aber so überzeugend, dass er mich für ihn begeistern konnte.
Sehr schön erzählt und auch trotz manchmal recht großer Zeitsprünge einfach überzeugend..