Gute 4-Sterne

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lesekatze50 Avatar

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Erster Eindruck: das Cover hat mich sofort angesprochen. In den stimmungsvollen Farben grau/braunen und roten Akzenten zeigt es drei Gestalten, die auf eine geheimnisvolle Tempelanlage zwischen Bergen zulaufen. Schattenhafte Silhouetten und die mystische Atmosphäre machen sofort neugierig auf die Welt des Romans. Ein echter Blickfang.
Auch der Einstieg ist hervorragend gelungen. Über einen QR-Code gelangt man zu einer wunderschön gestalteten farbigen Landkarte. Gerade im E-Book ist das ein großartiges Extra, das die Orientierung erleichtert und Lust macht, die Welt zu erkunden. Ergänzt wird das Ganze durch ein Figuren- und Begriffsverzeichnis am Ende des Buches – bei einem so umfangreichen Roman eine echte Hilfe.
Mit 687 Seiten ist "Die dem Echo trotzen"kein Buch für zwischendurch. Der Schreibstil ist anspruchsvoll und verlangt Aufmerksamkeit. Auffällig sind die langen Dialoge, die immer wieder von kurzen, prägnanten Sätzen unterbrochen werden, die wie kleine Statements nachhallen. Dazu kommen die ungewöhnlichen und teilweise witzigen Kapitelüberschriften (Siebeneinhalbstel), die dem Roman eine ganz eigene Note verleihen.
Besonders interessant fand ich, dass der Autor den Leser lange im Ungewissen lässt. Man weiß über viele Kapitel hinweg nicht, wohin die Reise führt. Statt Antworten sofort zu liefern, entfaltet sich die Geschichte langsam und Stück für Stück.
Wer Geduld mitbringt, wird dafür mit einer faszinierenden Welt belohnt.
Auch Ria ist keine typische Heldin. Sie ist kantig, geprägt von ihrer Vergangenheit und wirkt zunächst nicht unbedingt sympathisch. Es hat sogar den Anschein, als wolle der Autor genau das erreichen. Dadurch fühlt sie sich umso authentischer an und entwickelt eine spannende Präsenz.
Die dem Echo trotzen ist kein leicht konsumierbarer Fantasyroman, sondern ein Werk, auf das man sich einlassen muss.
Wer komplexe Welten, ungewöhnliche Erzählweisen und Figuren mit Ecken und Kanten schätzt, wird hier mit einem außergewöhnlichen Leseerlebnis belohnt.
Für mich ein beeindruckender Auftakt, dem ich 4**** gegeben habe, weil mir persönlich besonders zu Beginn der Flow gefehlt hat