Drei Frauen im Schatten der Kunst

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"Die Drei Farben der Liebe" bringt uns dem Künstler Henri Matisse näher, und zwar durch die Augen der drei wichtigsten Frauen in seinem Leben: seiner Ehefrau Amélie, seiner Tochter Marguerite und seiner Assistentin und Muse Lydia.

Jede der drei Frauen erhält im Buch ihren eigenen Abschnitt, der uns einen persönlichen Einblick in ihr Leben und ihre Beziehung zu Matisse gewährt. Dabei begleiten wir Amélie auf ihrem Lebensweg von dem Moment an, als sie Matisse kennenlernt, bis zu seinem Tod. Die Erzählweise ist eher nüchtern und lässt eher an eine Biografie als an einen Roman denken. Die Figur der Amélie ist zwar unglaublich präsent und mit ihrem starken Charakter auch sehr anziehend, trotzdem wird eine gewisse Distanz bewahrt, die der Erzählung eine nüchterne Atmosphäre verleiht. Man hat fast das Gefühl, von außen auf die Lebensgeschichte und Entwicklung eines der größten Künstler der Moderne zu blicken. Gleichzeitig orientiert sich das Buch sehr stark an den wahren Geschehnissen und vermittelt dadurch ein authentisches Bild von Matisse und seinem Leben.

Der Abschnitt über Lydia ist besonders emotional, da diese junge russische Emigrantin bereits in jungen Jahren viel Leid erdulden muss und in ihrem Herzen ein Leben lang heimatlos bleibt. Ihr Leben an der Seite von Henri Matisse ist alles andere als leicht, geschweige denn gern gesehen, und doch ist sie für ihn und seine Kunst von großer Bedeutung. Ihre eigenen Bedürfnisse stellt sie dabei hinten an. Eine wirklich bewegende Erzählung einer Muse, die lange Zeit im Hintergrund fungiert hat, ohne den nötigen Respekt zu erhalten.

Manche Textstellen sind etwas langatmig und ziehen sich, doch kommt es meistens direkt danach zu einem Bruch in der Erzählerstimme oder zu einem Ereignis, welches einen sofort wieder mitzieht.

So auch im letzten Abschnitt über die Tochter Marguerite, die anders als die beiden vorherigen Erzählungen nicht die komplette Lebensgeschichte umfasst, sondern an dem Punkt anfängt, an dem die beiden anderen Geschichten aufhören. Dazu kommt, dass wir uns nun mitten im Zweiten Weltkrieg befinden, der auch an der Familie Matisse und vor allem an Marguerite nicht spurlos vorbeigeht. Als Teil der aktiven Résistance in Frankreich taucht man im letzten Kapitel mit Marguerite noch einmal in die dunkelsten Seiten des Weltkrieges ein.

Dieser Roman ist so viel mehr als eine reine Erzählung, sondern eine unglaublich gute Zusammenfassung des Lebens von Matisse und zeigt, welchen entscheidenden Einfluss die drei bedeutenden Frauen auf sein Leben und seine Kunst hatten.