Drei Frauen um Henri Matisse
Ein Buch mit einem in der deutschen Übersetzung sehr irritierenden Titel. Im Original heißt der Roman ‚Madame Matisse‘. Vielleicht war das der Übersetzerin zu fokussiert auf die Ehefrau? Der Roman umfasst die Jahre 1897 bis 1954, von der Hochzeit von Henri Matisse und Amélie bis zu Henris Tod. Der Epilog behandelt dann Lydia im Jahr 1998.
Amélie, eine intelligente, selbstbewusste junge Frau aus liberalem Elternhaus, lernt Henri Matisse 1897 auf einer Hochzeit kennen. Sie wird vor ihm gewarnt, seine Kunst wird nicht anerkannt, auch hat er eine uneheliche Tochter, Marguerite. Allen Widerständen zum Trotz heiraten die beiden. Amélie unterstützt Henri, nimmt Marguerite bei sich auf, glaubt an seine Kunst und daran, dass sie das Leben gemeinsam meistern werden. Sie wird bald schwanger. Das Geld ist knapp, erst einige Jahre später stellen sich erste Erfolge ein. Doch nun braucht Henri Amélie nicht mehr, die Ehe gerät in eine Schieflage, da sie nur noch als die Frau des Künstlers gesehen wird. Amélie geht es körperlich nicht gut, so nehmen sie die junge Exilrussin Lydia als Unterstützung für die Eheleute auf. Schon bald wird Lydia zur Muse und Vertrauten von Henri, was Amélie kränkt und eifersüchtig macht. Obwohl er zu ihr steht, geht Amélie. Sie hat das Gefühl, ihr eigenes Leben immer zugunsten von Henri zurückgestellt, nie ein eigenes gelebt zu haben.
Lydia ist klug, umsichtig und arbeitet gerne im Haushalt von Matisse. Sie empfindet diese Arbeit als sinnhaft. Nach ihrer Kündigung durch Amélie unternimmt Lydia einen Selbstmordversuch. Darauf nimmt Henri sie wieder bei sich auf, sie bleibt bis zu seinem Tod bei ihm. Lydia wird mehrfach von Fremden als Madame Matisse bezeichnet. Henri nennt seine Beziehung zu ihr gegenüber der Tochter ‚Liebe‘. Getragen von Respekt: ‚Liebe in ihrer reinsten Form‘ (324). Eine andere Facette und damit Farbe der Liebe. Eine weitere fügt Marguerite hinzu, die ihren Vater abgöttisch liebt, als Tochter. Dennoch fühlt sie sich mit Amélie solidarisch und verurteilt sein Zusammenleben mit Lydia. Auch sie ist eine Madame Matisse.
Nach dem 2. Weltkrieg ist ihr Vater ein alter, sehr kranker Mann, bis zu seinem Tod 1954 liebevoll umsorgt von Lydia.
Der allwissende Erzähler macht die Leser/innen mit den drei Frauen und ihren Perspektiven vertraut. Er wechselt auch zwischen den verschiedenen Jahren und Schauplätzen hin und her, um alle Geschehnisse einzufangen. Das ist sehr gut zu lesen, interessant und spannend. Jede Frau handelt aus ihrer Biographie und Sichtweise heraus verständlich, alle drei lieben den Maler und werden von ihm geliebt und gemalt, in den Farben, in denen Matisse sie sieht. Er lebt in seiner Kunstwelt, ist starrsinnig, egoistisch, aber auch großzügig und gutherzig. Insgesamt ist der Roman, wie intendiert, keine Biographie des Henri Matisse, dennoch kommt er meiner Ansicht nach in der Darstellung zu kurz und die von ihm ausgehende Faszination wird nicht hinreichend deutlich.
Amélie, eine intelligente, selbstbewusste junge Frau aus liberalem Elternhaus, lernt Henri Matisse 1897 auf einer Hochzeit kennen. Sie wird vor ihm gewarnt, seine Kunst wird nicht anerkannt, auch hat er eine uneheliche Tochter, Marguerite. Allen Widerständen zum Trotz heiraten die beiden. Amélie unterstützt Henri, nimmt Marguerite bei sich auf, glaubt an seine Kunst und daran, dass sie das Leben gemeinsam meistern werden. Sie wird bald schwanger. Das Geld ist knapp, erst einige Jahre später stellen sich erste Erfolge ein. Doch nun braucht Henri Amélie nicht mehr, die Ehe gerät in eine Schieflage, da sie nur noch als die Frau des Künstlers gesehen wird. Amélie geht es körperlich nicht gut, so nehmen sie die junge Exilrussin Lydia als Unterstützung für die Eheleute auf. Schon bald wird Lydia zur Muse und Vertrauten von Henri, was Amélie kränkt und eifersüchtig macht. Obwohl er zu ihr steht, geht Amélie. Sie hat das Gefühl, ihr eigenes Leben immer zugunsten von Henri zurückgestellt, nie ein eigenes gelebt zu haben.
Lydia ist klug, umsichtig und arbeitet gerne im Haushalt von Matisse. Sie empfindet diese Arbeit als sinnhaft. Nach ihrer Kündigung durch Amélie unternimmt Lydia einen Selbstmordversuch. Darauf nimmt Henri sie wieder bei sich auf, sie bleibt bis zu seinem Tod bei ihm. Lydia wird mehrfach von Fremden als Madame Matisse bezeichnet. Henri nennt seine Beziehung zu ihr gegenüber der Tochter ‚Liebe‘. Getragen von Respekt: ‚Liebe in ihrer reinsten Form‘ (324). Eine andere Facette und damit Farbe der Liebe. Eine weitere fügt Marguerite hinzu, die ihren Vater abgöttisch liebt, als Tochter. Dennoch fühlt sie sich mit Amélie solidarisch und verurteilt sein Zusammenleben mit Lydia. Auch sie ist eine Madame Matisse.
Nach dem 2. Weltkrieg ist ihr Vater ein alter, sehr kranker Mann, bis zu seinem Tod 1954 liebevoll umsorgt von Lydia.
Der allwissende Erzähler macht die Leser/innen mit den drei Frauen und ihren Perspektiven vertraut. Er wechselt auch zwischen den verschiedenen Jahren und Schauplätzen hin und her, um alle Geschehnisse einzufangen. Das ist sehr gut zu lesen, interessant und spannend. Jede Frau handelt aus ihrer Biographie und Sichtweise heraus verständlich, alle drei lieben den Maler und werden von ihm geliebt und gemalt, in den Farben, in denen Matisse sie sieht. Er lebt in seiner Kunstwelt, ist starrsinnig, egoistisch, aber auch großzügig und gutherzig. Insgesamt ist der Roman, wie intendiert, keine Biographie des Henri Matisse, dennoch kommt er meiner Ansicht nach in der Darstellung zu kurz und die von ihm ausgehende Faszination wird nicht hinreichend deutlich.