Ein Mann, drei Frauen....
Ich persönlich finde weder den Titel passend, auch das Cover suggeriert zusammen mit dem Titel eine ganz andere Richtung. Zum Glück habe ich das Buchcover gelesen, sonst hätte ich das Buch als uninteressant zur Seite gelegt.
Und uninteressant ist es nun wirklich nicht. Drei Frauen im Umfeld des Malers Henry Matisse: jede ist auf ihre Weise für ihn wichtig, jede liebt ihn auf ihre eigene besondere Weise, aber jede braucht ihn auch auf ihre spezielle Weise.
Da ist seine Ehefrau Amélie. Er ist nicht ihre große Liebe, aber sie braucht ihn, um die Rolle der Bewunderin zu spielen, die Rolle der Muse, aber auch die Rolle einer Frau, die ihn unterstützt und puscht.
Da ist seine Assistentin Lydia. Sie wird seine späte Muse – auch seine Geliebte ? - , auch sie braucht ihn, um Sicherheit und eine Konstante in ihr Leben zu bringen, um den Schatten der Vergangenheit zu entfliehen.
Da ist seine Tochter Margueritte. Sie braucht ihn als Halt in ihrem Leben, er hilft ihr, ihre Trennungsängsten zu bewältigen, indem sie ihn möglichst nicht aus den Augen lässt..
Ist das Liebe? Für mich eher Eigenliebe, als die Liebe einer Gattin, einer Tochter, einer Mitarbeiterin.
Sophie Haydock ist es gelungen, die drei Frauen um Matisse durchaus sympathisch zu schildern, für jede zu erklären, wie sich ihre „Liebe“ zu Matisse entwickelt und wie es eigentlich weniger die Liebe zu dem Mann als zu der Rolle ist, in der sich die Frauen sehen. Vielleicht ist ihr Stil ein bisschen nüchtern, manchmal fehlt mir etwas die Romantik und die Empathie, sich wirklich in die Frauen hineinzuversetzen und nicht nur ihr Verhalten zu schildern. Dafür ziehe ich einen Punkt ab.
Die Schilderung von Matisse tritt zwar ein wenig in den Hintergrund, aber ich habe aber sehr vieles über den Künstler Matisse gelernt, das mir bisher nicht bekannt war. Das Buch ist durchaus empfehlenswert.