Kein Must-Read

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Rosemary »Mimi« MacLaine erhält eine Einladung ihrer Nachbarin Jane zu einem Abend im Stil 1920er – samt Erpresser rief, bei der Kunstauktion etwas zu kaufen, damit ihr Geheimnis nicht verraten wird. Gemeinsam mit ihrer Enkelin Addie schlägt sie dort auf, doch kurz darauf ist Jane tot und das Anwesen eingeschneit ...

Klingt erstmal nach einem richtig Cosy Krimi mit Wintervibes, und ist es im Großen und Ganzen auch. Dennoch blieb das Buch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück, denn die Figuren, die im Umschlag so hübsch dargestellt sind, waren mir allesamt einfach zu blass. Man erfährt über sie nur wenig mehr als ihre Profession (und die Gründe , warum sie erpresst werden), aber ansonsten sind sie komplett austauschbar und nicht sehr interessant. Sie verhalten sich auch alle gleich, wodurch sich Mimis und Addies Verhörversuche wenig abwechslungsreich gestalten, sondern grundsätzlich nach ein und demselben Muster ablaufen, bei dem die verdächtige Person erst mit der Sprache rausrückt, nachdem sie ihr angedroht haben, ihr Geheimnis auszuplaudern.

Mimis Geheimnis fand ich schlüssig und gut beschrieben, das hat mir gefallen.

Die Ermittlungen an sich lesen sich nicht schlecht und auch Addies Computerspielhintergrund als Entwicklerin von »Murderscape« fand ich zunächst unterhaltsam, das nutzte sich jedoch relativ schnell ab und schlug bei mir nach der x-ten Erwähnung eher in Genervtheit um.

Setting und Schreibstil sind ganz nett, wobei ich mich gefragt habe, warum es ausgerechnet eine 1920er Jahre Party sein musste, denn davon ist im Laufe der Handlung nicht mehr die Rede und atmosphärisch trägt diese Erwähnung auch nichts zum Flair der Geschichte bei.

Die Auflösung war schlüssig, aber so unspektakulär, dass ich einige Tage nach der Lektüre zwar noch weiß, wer der Mörder/die Mörderin war, das Motiv aber bereits komplett vergessen habe.

Insgesamt ein netter Krimi für lange Winterabende, der aber nicht lange in Gedächtnis bleibt.