Literatur, Begeisterung und ein gefährliches Vielleicht

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balileyolaf Avatar

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Die Leseprobe von Die Enthusiasten von Markus Orths ist ebenso verspielt wie klug und zieht sofort in ihren Bann. Erzählt wird aus der Perspektive eines Literaturwissenschaftlers, dessen Alltag von ritualisierten Telefonaten mit dem eigenwilligen Vater, akademischer Leidenschaft und einer tiefen Liebe zu Laurence Sterne geprägt ist. Schon der Einstieg ist originell, humorvoll und voller sprachlicher Raffinesse.

Besonders faszinierend ist der Ton des Romans: gedankenschnell, abschweifend, geistreich - ganz im Geiste Sternes selbst. Ernsthafte Themen wie Alter, Vergänglichkeit, Traurigkeit und Sinnsuche werden mit Leichtigkeit, Witz und sprachlicher Lust verbunden. Die Figuren wirken eigen, lebendig und liebevoll gezeichnet, allen voran der Vater mit seiner Wiederholungsphobie und seinem spielerischen Umgang mit Sprache.

Mit der mysteriösen SMS über ein angeblich verschollenes zehntes Buch von Tristram Shandy kippt die Leseprobe überraschend in eine spannende, fast abenteuerliche Richtung. Plötzlich steht nicht nur akademische Theorie, sondern eine literarische Sensation im Raum.

Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil Die Enthusiasten Intellekt, Humor und erzählerische Neugier auf außergewöhnliche Weise verbindet und schon jetzt zeigt, dass Literatur hier nicht nur Thema, sondern lebendige Erfahrung ist.