Außergewöhnlich skurril

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sarah3484 Avatar

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Das bunte Cover gefällt mir sehr gut. Es strotzt vor Energie.
In diesem Buch gibt es im wesentlichen zwei Erzählstränge. Auf der einen Seite geht es um die obsessive Verehrung des Ich-Erzählers für den Autor Laurence Stern und auf der anderen Seite um die Familiengeschichte des Ich-Erzählers und seiner zwei Geschwister. Vor allem die Kindheit mit dem exzentrischen Vater und den frühen Verlust der Mutter wird thematisiert.
Die Geschehnisse in der Familie werden einfühlsam beschrieben. Man wird tief in die Gedankenwelt des Ich-Erzählers gezogen.
In diesem Buch wird mit Sprache gespielt, mit Wörtern jongliert. Es ist klug, raffiniert und stellenweise sehr lustig geschrieben.
Aber leider verliert sich der Autor zu häufig in unwichtigen Nebengeschichten. Das hemmt den Lesefluss enorm und ist auf Dauer sehr anstrengend. Es forderte stellenweise hohe Konzentration der Geschichte wirklich zu folgen.
Der Ich-Erzähler wirkt irgendwie hölzern und ich bin nicht wirklich mit ihm warm geworden.
Ich mag tatsächlich lieber Bücher, in die ich eintauschen kann und die mich einfach unterhalten. Dafür ist dieses Buch mir zu anstrengend und überfordernd.
Leser*innen die anspruchsvolle Literatur bevorzugen, werden aber sicher auf ihre Kosten kommen.