Hier wird der Leser selbst zum Enthusiasten

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rallewu Avatar

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Das Buch "Die Enthusiasten" des Autors Markus Orths ist schwerlich in eine eindeutige Kategorie einzuordnen. Der Roman enthält so viele unterschiedliche Stilelemente und überrascht mich als Leser in so vielfältiger Art und Weise, dass ich selber mit zunehmender Lesedauer immer mehr zu dem werde, worum es laut Titel geht - zu einem Enthusiasten dieses Buches.

Der Anfang der Story im Zug ist schon schräg, aber dann entwickelt sich zunächst scheinbar eine ganz normaler Roman über eine kleine Gruppe literaturverrückter Wissenschaftler, die sich dem Werk des im Zeitalter der Aufklärung Mitte des 18. Jahrhunderts schreibenden Autors Laurence Sterne verschrieben haben und sogar jedes Jahr zu dessen Geburtstag zu seinem Grab pilgern um sich mit anderen Sterne-Enthusiasten austauschen. Doch in diesem Jahr in alles anders, denn der Traum von "Dr. Shandy" und seinen Kollegen scheint wahr zu werden: es könnte ein weiteres, von den Dreien immer vermutetes, aber bislang unbekanntes Werk des Autors geben. Vom Enthusiasmus dieser Chance getrieben entwickelt sich eine rasante, nicht aufzuhaltende Kette von unglaublichen Vorfällen, die immer aberwitzigere Züge annimmt.

Jeder einzelne Charakter in diesem Buch ist ein echter Enthusiast, jeder hat sich voller Leidenschaft einem anderen Themenkomplex verschrieben. "Die Enthusiasten" ist ein Buch voller Optimismus, schrägen Aktionen und voller Liebe für das was, die Charaktere tief in ihrem Inneren bewegt und antreibt - und letztlich zeigt es einem aberwitzigen Weg auf, der vielleicht den wahren Enthusiasmus in einem der Charaktere wecken wird.