Schöne Sprache, schwieriger Weg

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annigri Avatar

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Dieser Roman hat bei mir sehr gemischte Gefühle hinterlassen. Einerseits war ich positiv überrascht von der blumigen, farbenfrohen Sprache. Manche Beschreibungen lesen sich fast wie kleine Gemälde, und einzelne Formulierungen oder Wortneuschöpfungen haben mich wirklich begeistert. Sprachlich ist das Buch definitiv etwas Besonderes und hebt sich von vielem ab, was man sonst so liest.
Auch die Grundidee fand ich spannend: Drei Geschwister mit sehr unterschiedlichen Leidenschaften, erzählt aus der Sicht des jüngsten Sohnes, und die Suche nach einem verschollenen Buch eines verstorbenen Autors. Der Einstieg mit der Fahrt in ein kleines englisches Dorf wirkt ruhig und vielversprechend.
Gleichzeitig hatte ich aber immer wieder Probleme mit der Umsetzung. Das ständige Abschweifen in teils sehr überdrehte Fantasien war mir auf Dauer zu viel. Es gab schöne, interessante Passagen aber auch längere Strecken, die sich für mich gezogen haben und in denen ich mich regelrecht zum Weiterlesen motivieren musste.
Das Ende hat mich zunächst irritiert. Im Nachhinein konnte ich die Idee dahinter nachvollziehen.