Selten war ich so inspiriert!

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Ich denke nicht, dass es notwendig war, mit niedrigen Erwartungen an dieses Buch heranzutreten um so positiv überrascht zu sein wie ich es nun bin. Aber es hat definitiv geholfen.
Auf so vielen Ebenen (ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll) hat es meinen Horizont erweitert. Es spricht einfach meine Sprache. Ich habe jeden Satz förmlich inhaliert, aus Genuss zwei- oder dreimal gelesen und auf fast jeder Seite etwas für mein Gewissen unterstreichen müssen. Ich habe so unfassbar große Lust, dieses Werk mit meiner Oberstufe zu lesen.
Am interessantesten ist es aber gewiss aus erzähltheoretischer Perspektive: So herrlich selbstbewusst werden die Leser hier in die Irre geführt und das eigene Erzählen parallel auf einer Metaebene betrachtet. Ich liebe dieses Kribbeln im Kopf, wenn Autoren genau das bewerkstelligen und hier scheinen wir einen Meister am Werk zu haben.
Die dritte Ebene, die ich hervorheben will, ist die der intertextuellen Verweise. Ich habe mich selten so unterhalten und gleichzeitig belehrt gefühlt. Der Aufhänger um Tristam Shandy hat mich neugierig gemacht und ich habe noch nach der Lektüre viel Zeit mit Recherchen verbracht, auch um die Unzuverlässigkeit des Erzählers an manchen Stellen zu entlarven.
Was mich aber am meisten überrascht hat, ist, wie oft mich das Buch trotz oder manchmal auch wegen seiner Hochgestochenheit zum Lachen gebracht hat. Es war einfach manchmal zu komisch!
Ich muss aber auch sagen, dass ich vermutlich zu einhundert Prozent in das Beuteschema des Buches gepasst habe.