Skurril!

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bellis-perennis Avatar

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Dieser Roman, der durch das farbenprächtige Cover auffällt, ist ein originelles Buch über Menschen, die für ihre Leidenschaften, also für ihre Passionen, leiden und brennen.

Autor Markus Orth rückt dafür eine unkonventionelle Familie in den Mittelpunkt, in der sich fast alles um Bücher dreht. Die Eltern und ihre drei Kinder leben mit und durch Bücher, bis eines Tages die Mutter sang- und klanglos verschwindet.

Die Geschichte, erzählt vom 26-jährigen Ich-Erzähler Vince Bär, pendelt in elf Büchern (Was sonst?) zwischen dem elterlichen Hexenhäuschen bei Frankfurt am Main und der nordenglischen, verschlafenen Kleinstadt Coxwold in der Nähe von York.

Als erwachsener Mann gehört Vince zum engsten Kreis der Tristam Shandy-Fans, die sich alljährlich zum Sterne-Geburtstag in Coxwold trifft. Und mit seinem Vater, der inzwischen im Altersheim gelandet ist, telefoniert er täglich und setzt die Sprachspiele, die in ihrer Kindheit zelebriert worden sind, in geradezu absurd anmutenden Fragespielen, die aber von einer großen Nähe und Zugewandtheit zeigen, fort.

Als Vince und Co. erfahren, dass es zu Laurence Sternes Werk „Tristram Shandy“ ein 10. bislang unveröffentlichter Band existieren soll, wenden die Enthusiasten viel Zeit und Energie für die Suche nach dem möglicherweise existierenden Manuskript auf.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist temporeich, spielerisch und dabei nie selbstverliebt. Orths experimentiert mit der Sprache und lässt dabei die Kinder der Familie Bär Worte erfinden.

Die Charaktere sind herrlich skurril. Selbst Nebendarsteller wie die rätselhafte Thailänderin Natcha, Fat Wayne oder Morton Minelli sind fein gezeichnet.

Leser die Freude am Lesen sowie der Sprache haben, wird dieser Roman gefallen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Roman, der eine Hommage auf das Lesen, die Phantasie und den Irrsinn des Lebens ist, 4 Sterne.