So aberwitzig wie das Buchcover ...
Vincent Bär stammt aus einer buchverrückten Familie. Der inzwischen betagte Vater arbeitete als Schriftsetzer und Korrektor, der jüngere Bruder Marcellus gibt als Cineast einen ebenbürtigen Nerd, und die ältere Schwester Elfi forscht an Elementarteilchen. Icherzähler Vincent wird als Anglist und einer der drei maßgeblichen Experten für Laurence Sternes „Tristram Shandy“ als Gutachter um sein Urteil gebeten, ob ein 10. Buch/Kapitel zu Sternes Werk existieren könnte. Sterne zu kopieren war bisher für unmöglich gehalten worden – und doch fragt man sich, ob die Experten vom angeblichen Mr. Minelli über den Tisch gezogen werden sollen. Mit seinen Mitstreitern Bianca Barbosa und Ole Andersson reist Vincent zu Sternes 250. Todestag zum legendären Fan-Treffen in Coxwold an. Tatsächlich wird dort mitten im Fan-Trubel dem Triumvirat die Kopie einer Seite eines handgeschriebenen, ledergebundenes Manuskript aus dem 18. Jahrhundert vorgelegt. Von wem Papier, Tinte und Heftfäden tatsächlich überprüft worden sind, könnte man sich fragen, oder ob das Ganze ein werbewirksamer Hoax sein könnte.
Vincent scheint allein durch seine Herkunft eine faszinierende Figur zu sein. In seiner Familie wurden die Bücher aus Platzmangel bereits auf einer Plattform unter die Decke gezogen und die Kinder wuchsen in der Überzeugung auf, Bücher würden erst bei den Bärs zum Leben erwachen und miteinander flüstern. Schon früh lernen die kleinen Bärs, dass nicht zählt, was ein Autor will, sondern was ein Text erzählen will. Vincent scheint bis heute das Trauma nicht verarbeitet zu haben, dass in seinem 10. Lebensjahr wie in einem fantastischen Kinderbuch seine koboldhafte Mutter verschwand. Der mutterlose Vincent fand offenbar Trost in „Tristram Shandy“, das nur für ihn geschrieben worden zu sein scheint.
Als Nebenfiguren tauchen der Schauspieler Fat Wayne auf und Natcha, seine Untermieterin und Thai-Masseurin, die rätselhafterweise gemeinsam mit den drei Experten mit dem Zug anreiste. Elfi Bär wiederum arbeitet in Gran Sasso, in der Nähe des Ortes, aus dem die Koboldmutter eine Ansichtskarte geschrieben haben soll …
Fazit
„Die Enthusiasten“ lässt hinter einem dynamisch wirkenden Cover eine Geschichte vermuten, für die Farbe auf eine Leinwand aufgetragen und anschließend in einer rotierenden Wäscheschleuder zum Überraschungsbild verzaubert wird. Mit protestantischer Freude am Wort ist ein aberwitziger Roman entstanden, der über die heimliche Macht von Korrektoren, Literaturwissenschaftlern & Paketlieferanten spottet – und wirkungsvoll Lust an der Sprache weckt
Vincent scheint allein durch seine Herkunft eine faszinierende Figur zu sein. In seiner Familie wurden die Bücher aus Platzmangel bereits auf einer Plattform unter die Decke gezogen und die Kinder wuchsen in der Überzeugung auf, Bücher würden erst bei den Bärs zum Leben erwachen und miteinander flüstern. Schon früh lernen die kleinen Bärs, dass nicht zählt, was ein Autor will, sondern was ein Text erzählen will. Vincent scheint bis heute das Trauma nicht verarbeitet zu haben, dass in seinem 10. Lebensjahr wie in einem fantastischen Kinderbuch seine koboldhafte Mutter verschwand. Der mutterlose Vincent fand offenbar Trost in „Tristram Shandy“, das nur für ihn geschrieben worden zu sein scheint.
Als Nebenfiguren tauchen der Schauspieler Fat Wayne auf und Natcha, seine Untermieterin und Thai-Masseurin, die rätselhafterweise gemeinsam mit den drei Experten mit dem Zug anreiste. Elfi Bär wiederum arbeitet in Gran Sasso, in der Nähe des Ortes, aus dem die Koboldmutter eine Ansichtskarte geschrieben haben soll …
Fazit
„Die Enthusiasten“ lässt hinter einem dynamisch wirkenden Cover eine Geschichte vermuten, für die Farbe auf eine Leinwand aufgetragen und anschließend in einer rotierenden Wäscheschleuder zum Überraschungsbild verzaubert wird. Mit protestantischer Freude am Wort ist ein aberwitziger Roman entstanden, der über die heimliche Macht von Korrektoren, Literaturwissenschaftlern & Paketlieferanten spottet – und wirkungsvoll Lust an der Sprache weckt