Sprach-Experimentier-Freude

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sapere_aude Avatar

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Vince, ein begeisterter Laurence Sterne-Anhänger, hat die Liebe zur Literatur und Sprache im Elternhaus gelernt. Bereits seine Eltern kauften und lasen Bücher in großer Zahl und der Vater schulte aktiv die Wortgewandtheit, die Sprachspiele und einen breiten, kreativ eingesetzten Wortschatz bei seinen Kindern. Als erwachsener Mann gehört er zum engsten Kreis der Tristam Shandy-Fans, die sich jährlich zum Sterne-Geburtstag in Coxwold trifft. Und mit seinem Vater, der inzwischen im Altersheim gelandet ist, telefoniert er täglich und setzt die Sprachspiele in geradezu absurd anmutenden Fragespielen, die aber von einer großen Nähe und Zugewandtheit zeigen, fort.
„Die Enthusiasten“ wird im Klappentext als irrwitziger Roman bezeichnet; der Begriff verkürzt aber das, was dieses Buch ausmacht: Eine Begeisterung für Sprache und Sprachlieber (die im Roman selbstverständlich sein sollte, aber hier noch einmal ein neues Level erreicht), einen echten Humanismus im Sinne einer Menschenfreundlichkeit und einem tiefen Respekt gerade skurrillen, weltabgewandten Typen mit besonderen Eigenschaften und Interessen sowie eine gewisse (Sprach-)Komik und Fabulierfreude, die aber erfreulicherweise nicht durch sperrige Wendungen und das Bedürfnis, Finesse zu zeigen, überlagert wird.
Der Roman mag von den Inhalten nicht immer ansprechend wirken, aber eigentlich geht es um Zuneigung und Leidenschaften und somit um universelle Themen.