Die ungehörige Leichtigkeit des Seins

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taina Avatar

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Was für ein wunderschönes Bilderbuch! Herr Leopold kann schweben, schon seit ganz früher Kindheit. Es stört ihn nicht, ist nicht gefährlich, nicht ansteckend, auf jedem Bild sehen wir ein glückliches Kind. Doch die fröhliche Leichtigkeit wird dem kleinen Jungen nicht zugestanden. Was ihm nach Meinung der Experten fehlt, ist die Erdenschwere, während er doch glücklich schwebt und sich daran freut. Wie ein Drachen fliegt er der Mutter hinterher, die auf dem Fahrrad vorneweg radelt. Das Schweben hat so viele Vorteile! Aber die Forscher lehren ihn: „Schweben ist nichts für Menschen.“ Und sie beschweren ihn, geben ihm Lasten, die ihn schließlich auf dem Boden bleiben lassen. Doch Leopold hat nun das Gefühl, er habe etwas Kostbares verloren. Und das hat er. Er wird älter und seine Erinnerungen an die einstige Fähigkeit verblassen. Als er ein alter Mann ist, schwebt plötzlich die kleine Mathilda an ihm vorbei. Das möchte er auch können. Er sucht in alten Aufzeichnungen, sichtet Bilder, doch das Schweben will nicht zurückkommen. Erst als er seinen Gedanken freien Lauf lässt, gelingt es ihm, und gemeinsam mit Mathilda darf er nun wieder durch die Luft sausen.
Die Illustrationen zeigen die Unbeschwertheit, mit der Leopold durch die Luft schwebt. Mal sehen wir ihn aus der Vogelperspektive, mal von unten, immer scheinen seine Arme und Beine zu flattern, sich in der Luft zu bewegen. Die Zeichnungen sind bunt und fröhlich, aber wenn die Forscher arbeiten, wird das Bild dunkel.
Das Buch ist eine wunderbare Parabel – Fähigkeiten, die wir als Kind hatten, gehen verloren, die Erdenschwere packt uns, beugt uns, aber durch Kontakt mit der Fröhlichkeit und eben im Wortsinne Unbeschwertheit der Kinder können wir alte Freuden zurückgewinnen. Auf dieser Ebene richtet sich das Buch an die Vorlesenden, doch vor allem die Kinder werden auf der Ebene der fabelhaften Geschichte viel Spaß mit Herrn Leopold haben.